Seehausen l Die Frist für Einwendungen im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens für den Autobahn-Abschnitt Osterburg - Vielbaum ist in der vergangenen Woche gerade abgelaufen, da luden die Verantwortlichen des BUND Sachsen-Anhalt am Dienstagabend schon wieder ein, um über die Stellungnahme der organisierten Umwelt- und Naturschützer zu berichten.

Das besonders Interessante des Abends im Seehäuser Ratskeller war indes nicht, die zu erwartenden Auswirkungen für Menschen, Flora und Fauna im Umland der Schnellstraße, die dem interessierten Anwohner inzwischen geläufig sein sollten, sondern der Blick auf die Zukunft des im kommenden Jahr auslaufenden Bundesverkehrswegeplanes (BVWP), den der Berliner BUND-Verkehrsexperte Dr. Werner Reh ermöglichte.

Alles wird überprüft

Folgt man der Auffassung des Fachmannes, ist bei der A14 in großen Teilen überhaupt noch nichts in Sack und Tüten. Denn im neuen Papier, das nach Rehs Auffassung kaum vor 2017 greifen dürfte, werden auch schon existierende, noch nicht begonnene Projekte von Grund auf neu und vor allem realistisch nach tatsächlichem Bedarf, Effizienz, Umweltverträglichkeit und früher Öffentlichkeitsbeteiligung bewertet. Der alte BVWP hatte nach Auffassung des Verkehrsfachmannes etwas von einem orientalischen Basar. Jeder habe versucht, seine Projekte einzubringen und dabei die Kosten schöngerechnet beziehungsweise den Nutzen überbewertet. Ganz zu Schweigen davon, dass in den Erhalt vorhandener Strukturen viel zu wenig Geld investiert werde und die EU-Förderung ausläuft. Einen Automatismus, Vorhaben zu übernehmen gebe es nicht. Da hakt der BUND ein, der bekanntlich kein Freund dieser Autobahn und der Überzeugung ist, dass es die A 14 durch Sachsen-Anhalt als nur eines vom bislang 1600 Vorschlägen für Straßenbauprojekte schwer hat. Daran würde auch ein abgeschlossenes Planfeststellungsverfahren für Teilstücke nichts ändern.

Dezentrale Lösungen

Die Punkte, die den Vorhaben im neuen BVWP zu einer hohen Priorität verhelfen, treffen auf die A 14 nicht zu, zeigt sich nicht nur Dr. Reh überzeugt. Da gebe es viele Gegenden in Deutschland, wo der Schuh mehr drücke oder sogar das Verkehrs-Chaos drohe, meinte er mit Blick auf Großräume wie Berlin, Hamburg, Hannover und insbesondere auf das Ruhrgebiet, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Der BUND zeigt sich vielmehr überzeugt, dass in Mitteldeutschland kleinere, dezentrale Lösungen in Verbindung mit der Schiene eine Zukunft haben. Dass dazu die Ertüchtigung der B 189 mit Überholspuren und entsprechenden Ortsumgehungen gehört, ist kein Geheimnis.