Die Stadt Seehausen kann die Sanierung der alten Klosterschule fortsetzen. Ein Fördermittelbescheid, der zum Jahreswechsel im Rathaus ankam, macht das möglich.

Von Ralf Franke

Seehausen l Die Seehäuser Klosterschule ist ein stadtbildprägendes Objekt im Schatten der St. Petri-Kirche und steht nicht ohne Grund unter Denkmalschutz. Allerdings steht das mächtige Fachwerkhaus seit vielen Jahren leer und war lange dem Verfall preisgegeben.

Im vergangenen Jahr war die Stadt in der Lage, erste Sanierungsschritte einzuleiten. Rund 220000Euro wurden in die Erneuerung von Fachwerk, Dachstuhl und Dacheindeckung investiert. Der größte Teil der Summe floss über einer spezielles Förderprogramm zum Erhalt denkmalgeschützter Immobilien, um sie der Vermarktung zuzuführen.

Nach ein paar Verzögerungen vermeldeten Planer und Baufirmen vor gut einem Jahr Vollzug. Vor allem die damalige Vorsitzendes des Bauausschusses des Seehäuser Stadtrates, Antje Spillner, machte sich seinerzeit dafür stark, einen Nachschlag zu beantragen, um die Arbeiten noch ein Stück voranzubringen.

Außenhülle kann jetzt fertig saniert werden

Die Anträge, die Kommune und der Sanierungsträger BIG Städtebau stellten, trugen Früchte. Zum Jahresende flatterte den Seehäusern ein Zuschussbescheid über etwa 210000 Euro ins Haus. Mit dem Geld, so Bürgermeister Detlef Neumann auf Nachfrage der Volksstimme, sollen vor allem Fenster und Türen erneuert werden. Und das natürlich nach historischem Vorbild. Immerhin rund 40 der den Raumhöhen entsprechenden Fenster gibt es am Klosterschulgebäude. Dazu zwei repräsentative Haustüren in Richtung Postplatz. Leider könne man sich bei der Funktionalität insbesondere der Fenster nicht mit einem potentiellen Interessenten absprechen. Denn den gibt es, abgesehen von ein paar Nachfragen, nach wie vor nicht.

Allerdings hofft das Stadtoberhaupt, dass sich das ändert, wenn sich zumindest die Außenhülle der historischen Immobilie in absehbarer Zeit in einem ansprechenden Zustand befindet. Allerdings müsse ein künftiger Investor auch noch einmal einige 100000 Euro in die Hand nehmen, um das in Mitleidenschaft gezogene Innenleben der Kosterschule wieder herzustellen.

Über einen Verwendungszweck orakelt Neummann mit aller Vorsicht. Er glaubt allerdings nicht, dass sich das Objekt aufgrund der Raumhöhen und des Grundrisses zum Vermieten von Wohnungen eignet. Etwas Gewerbliches komme da eher in Frage. Ein Seniorenheim wäre vielleicht auch denkbar.