Seehausen l Die Hartnäckigkeit der Seehäuser bei der finanziellen Unterstützung der Stadtinformation und des Waldbades hat sich zumindest schon zum Teil gelohnt. Auch wenn der 2015er Haushalt der Verbandsgemeinde Seehausen deshalb wohl noch einmal überarbeitet werden muss.

In der ersten Sitzung des Verbandsgemeinderates im neuen Jahr konnten Kämmerin Katrin Neuber und Verbandsgemeindebürgermeister Robert Reck einen sowohl im Ergebnis- als auch im Investitionshaushalt ausgeglichenes Zahlenwerk vorweisen, das nun am 17. Februar beschlossen werden soll - beziehungsweise muss, um die Kommunen handlungsfähig zu halten. Wie viel Arbeit im Etat steckt, wissen nicht nur die betreffenden Verwaltungsleute, sondern auch die Mitglieder der Fachausschüsse, die in den vergangenen Tagen an dem Papier kräftig den Rotstift ansetzen mussten (wir berichteten).

Etat wird nochmal geprüft

Die Kürzungen ziehen sich durch alle Bereiche. Die meisten Einsparungen konnten beim Personalwesen erreicht werden. Was unter anderem heißt, dass befristete Arbeitsverträge nicht verlängert werden oder insbesondere bei der Kinderbetreuung die Wochenarbeitszeit anzupassen ist.

Bei den beiden Einrichtungen der Stadt Seehausen, die Bürgermeister Detlef Neumann zur letzten Sitzung des Verbandsgemeinderates des vergangenen Jahres ins Spiel gebracht hatte, weil sie nicht nur den Alandstädtern zugute kommen, lenkten die Vertreter der fünf Mitgliedsgemeinden bei der Stadtinformation ein.

So beschloss die Runde, sich übers Jahr an der Finanzierung einer halben Kraft mit 13800 Euro zu beteiligen. Und das nicht nur wegen der Kulturveranstaltungen, die die Mannschaft um Ingrid Jabke regelmäßig organisiert, sondern vor allem wegen der Außenwirkung in Sachen Tourismus und der Werbung für die Region - im Prinzip auch ein Stück Wirtschaftsförderung.

Ob die genannte Summe im Verbandsgemeindehaushalt durch weitere Kürzungen erzielt oder aus den nicht minder belasteten Budgets der Mitgliedsgemeinden abgezweigt wird, müssen die kommenden Wochen zeigen. Fakt ist jedoch, dass alle fünf Gemeinden in der Konsolidierung sind, weil sie wegen der Kürzungen der Landeszuweisungen keinen ausgeglichenen Haushalt auf die Beine bringen und teils schon ein dickes Minus aus den Vorjahren vor sich herschieben.

Letzteres war auch der Grund dafür, warum es die Unterstützung für das Waldbad nicht geben wird und dass 2014 eine Ausnahme war, als die Verbandsgemeinde das 66300-Euro-Defizit mit 2700Euro abfedern half. "Höhe"-Bürgermeister Bernd Prange brachte die Situation der Umland-Kommunen auf den Punkt und erklärte, dass es nicht am Wollen, sondern am Können liegt.

Allerdings erklärte der Unternehmer nicht nur, wie es nicht geht, sondern hatte auch einen Vorschlag für die Unterstützung der 77 Jahre alten Naherholungsstätte parat.

Prange will sich demnach mit den betroffenen Bürgermeistern, und noch ein paar interessierten Unterstützern zusammensetzen, um gezielt Unternehmen der Region als Sponsoren für das Waldbad zu gewinnen. Nicht mit einer Einmal-Summe, sondern mit regelmäßigen Beiträgen, die das Überleben der Einrichtung über ein paar Jahre sichern sollen. Das so akquirierte Geld könnte über den Waldbad-Förderverein fließen.

Post an alle Unternehmer

Der Heiligenfelder Unternehmer, der in dieser Beziehung oft selbst als Sponsor in Erscheinung tritt, ist optimistisch, dass das Vorhaben gelinget. Mit Hilfe des Gewerbeamtes sollen so viele potentielle Geldgeber wie möglich einen Musterbrief bekommen. Am besten schon mit ein paar Unternehmern bestückt, die das sprichwörtlich offene Ohr für das Waldbad haben.

Die Idee fand in der Runde große Zustimmung. Der Vorsitzende der Waldbadförderer, Walter Fiedler, gab jedoch zu bedenken, dass der Verein nicht Träger der Erholungsstätte sei und sich mehr um Geld für Investitionen bemühe. Kommunalpolitiker und Verwaltung zeigten sich indes Willens, einen rechtlich sauberen Weg für den Einsatz der Spenden zu finden.

Wann sich die Runde das erste mal trifft, ist noch nicht klar, aber es wird bald sein.