Nach jahrelangem Einsatz für Modernisierungsarbeiten am und im Königsmarker Sportraum zieht der Ortschaftsrat jetzt die Reißleine. "Wir werden diese Pläne nicht weiter verfolgen", kündigte Ortsbürgermeister Enrico Günther an.

Königsmark l Mit dem Aus für die Sportraum-Pläne reagiert der Ortschaftsrat auf eine Entscheidung des Königsmarker Kultur- und Sportvereins. Dessen Mitglieder verständigten sich während der Jahreshauptversammlung am vergangenen Wochenende darauf, den Sportraum nicht in die eigene Regie zu übernehmen und ein entsprechendes Angebot der Einheitsgemeinde abzulehnen.

Finanzielle Gründe geben den Ausschlag

Finanzielle Gründe gaben den Ausschlag für das Nein. "Der Verein hätte zukünftig allein für die Bewirtschaftungskosten aufkommen müssen. Jährlich wäre ein Betrag von 1300 bis 1500 Euro zu stemmen gewesen. Das geht aus den Zahlen hervor, die uns von 2009 bis 2011 vorliegen, als der Raum noch intensiver genutzt wurde", erklärte Ortsbürgermeister und Vereinsmitglied Enrico Günther.

Noch teurer wäre den Kultur- und Sportförderern übrigens eine Übernahme der früheren Königsmarker Gaststätte gekommen. Auch dieses Objekt sei dem Verein angeboten worden, bestätigte der Ortsbürgermeister. Die gegenüber der Kindertagesstätte gelegene frühere Gaststätte hätte zwar mehr Nutzungsmöglichkeiten offeriert als der Sportraum, "aber die Bewirtschaftungskosten wären noch einmal deutlich höher ausgefallen", schätzte Günther ein.

Regelmäßige Zahlungs-Verpflichtungen wollte sich der Verein aber auch nicht im Fall des kleineren Sportraums aufbürden. Zumal unter seinem Dach in der jüngeren Vergangenheit eher Stille herrschte. "Dort passierte zuletzt nicht mehr viel. Das liegt sicher hauptsächlich an der fehlenden Toilette. Und es ist illusorisch anzunehmen, dass frühere Nutzer wie die jetzt in Iden spielenden Volleyballer wieder in den Sportraum umziehen", nannte Günther ein Beispiel.

Auf die Absage des Vereins folgte am Dienstagabend im Ortschaftsrat die nahezu logische Konsequenz. Die Politiker ziehen die Reißleine, sie wollen die für den Sportraum eingeforderten Maßnahmen (neue Toilette, Einrichtung eines zweiten Fluchtweges) von der Prioritätenliste der Einheitsgemeinde streichen lassen. Die noch nicht angeschlossene aber längst im Boden befindliche neue Sammelgrube für die Sportstätte ist aber nicht mehr zu verhindern und muss als Fehlinvestition verbucht werden.

Wie es mit dem Sportraum nun weitergeht? Für die Einheitsgemeinde als Eigentümer gebe es nur drei Optionen, äußerte Günther. "Entweder sie verwaltet und bewirtschaftet ihn in seinem jetzigen Zustand. Oder sie findet einen Käufer. Und die dritte Option wäre ein Abriss", erklärte er.

Für die Königsmarker rückt jetzt ein anderes Projekt ins Blickfeld. "Wir wollen am Dorfgemeinschaftshaus einen Kinderspielplatz einrichten und diese Investition auf die Prioritätenliste der Einheitsgemeinde setzen lassen", kündigte der Ortsbürgermeister an.