Die Sanierung des romanischen Hauses auf dem Komtureigelände ist eines der großen Bauvorhaben dieses Jahres in Werben. Die Johanniter unterstützen diese Maßnahme mit 20 000 Euro. Das wurde nun auch offiziell in der Zeitschrift der Johanniter-Unfallhilfe publik gemacht.

Werben l In der Ausgabe Januar/Februar 2015 von "aktiv", der Zeitung der Johanniter-Unfallhilfe, steht ein Beitrag unter der Überschrift "Alles ging von Werben aus". Darin heißt es: "Die kleinste Hansestadt der Welt ist die Wiege der Johanniter in Norddeutschland. In Werben auf dem Komtureigelände stehen mehrere denkmalgeschützte Gebäude. Das Land Sachsen-Anhalt, die Stadt Werben, der Förderkreis für die Komturei und Vertreter des Johanniterordens haben sich nun dem Erhalt des romanischen Hauses verpflichtet."

Sanierungsprogramm greift auch für romanisches Haus

Martin von Gehren, Kommendator der Provinzial-Sächsischen Genossenschaft des Johanniterordens, besichtigte im vergangenen Herbst das romanische Haus, das einst von Johannitern erbaut wurde. "Wenn man dort an historischer Stelle steht und unter fachmännischer Anleitung erklärt bekommt, welche Bedeutung des Gebäude hat, spürt man die enorme Bedeutung", schwärmt von Gehren. Es sei ein Beispiel für die handwerkliche Kunst der damaligen Baumeister. Das Mauerwerk mit nahezu allen gebrannten Steinen und große Teile des damals genutzten Mörtels seien noch heute erhalten.

Errichtet wurde das romanische Haus von den Johannitern um 1180. Laut dem beauftragten Architekten und Romanikexperten Wolfram Bleis diente das Gebäude einst als "festes Haus", also als Rückzugsort bei kriegerischen Konflikten und Aufbewahrungsort für Geld und Dokumente.

Wie der Bürgermeister der Hansestadt Werben, Jochen Hufschmdt, auf Nachfrage der Volksstimme ausführt, gebe es seit langem die feste Zusage Martin von Gehrens, die Restaurierung des romanischen Hauses mit 20 000 Euro zu unterstützen. "Dass dies in der Zeitschrift der Johanniter-Unfallhilfe nun auch überregional publik gemacht wurde, ist sehr erfreulich und kann als offizielle Bestätigung gewertet werden." Wie Hufschmidt weiter erläutert, entsprächen die 20000 Euro, die von den Johannitern getragen werden, dem erforderlichen Eigenanteil der Hansestadt Werben an dem Bauvorhaben. Die Gesamtkosten für die wichtigsten Maßnahmen beliefen sich auf 100000 Euro. Die Maßnahme wird zu rund 80 Prozent aus dem Programm für den städtebaulichen Denkmalschutz gefördert.

Baumaßnahme soll im 1. Halbjahr 2015 starten

Die Planung durch Wolfram Bleis, informiert der Bürgermeister weiter, sei in vollem Gange. Mehrere Varianten würden erarbeitet. Wenn diese vorliegen, träfen sich die Entscheidungsträger, Baufachleute und die Johanniter erneut, um zu entscheiden, welche Variante umgesetzt wird. Dann würden die Aufträge ausgelöst. Hufschmidt geht davon aus, dass die Bauarbeiten noch in der ersten Jahreshälfte 2015 beginnen.

Zu den zunächst geplanten Maßnahmen zählen Bodenarbeiten rund um das Haus, die Sanierung des Daches und die Wiederherrichtung von früheren Öffnungen im Mauerwerk, die später zugemauert wurden. Außerdem soll das Gebäude innen einen Fußboden erhalten.

"Ziel dieses ersten Bauabschnittes ist die Sicherung und Nutzbarmachung des romanischen Hauses. In das Gebäude soll zunächst eine Dauerausstellung über die Johanniter. Später müssen noch weitere Maßnahmen erfolgen", fügt Hufschmidt hinzu.