Für das Waldbad Seehausen ist seit einigen Jahren jede Saison eine neue Zitterpartie. Das ist 2015 nicht viel anders.

Seehausen l Nachdem die Verbandsgemeinde Seehausen 2014 zwischenzeitlich einen Zuschuss für die Unterhaltungskosten über 27000Euro an die Hansestadt gewährte, ist das Geld im neuen Haushalt nicht mehr abzweigbar (wir berichteten). Im 2015er Etat der Stadt eigentlich auch nicht. Aber auch im 78. Jahr der Naherholungsstätte soll es keine Abstriche geben, obwohl Kämmerin und Stadtrat noch nicht wissen, wie sie mit dem Rückgang der allgemeinen Landeszuweisungen um rund 330000Euro umgehen sollen.

Der Vorschlag von "Höhe"-Bürgermeister Bernd Prange, für das Bad eine Spendenaktion ins Leben zu rufen, die die Nutzer des Bades, insbesondere aber Firmen ansprechen soll, wurde zwischenzeitlich aufgegriffen. Allerdings entschlossen sich die Verantwortlichen dazu, die Zielgruppe weniger "aggressiv" gleich mit einem Überweisungsträger anzuschreiben, sondern begnügten sich vorerst mit einem Aufruf im Mitteilungsblatt, das dieser Tage die Haushalte in und um Seehausen erreichte.

Zuschussbedarf ist groß

In dem Spendenaufruf erläutert Bürgermeister Detlef Neumann, dass das Betreiben des Waldbades jährlich mit rund 98000Euro für Personal und Unterhaltungskosten zu Buche schlägt, dass sich die Einnahmen aber nur über 15000 bis 20000 Euro belaufen. Heißt: Die Kommune könnte sich die Naherholungsstätte auch ohne das neue Loch in der Stadtkasse eigentlich nicht leisten - zumal es sich um eine der sogenannten freiwilligen Aufgaben handelt, die die Aufsichtsbehörden besonders kritisch beobachten.

Eine Saison für 66 Euro

Für einen Zwischenstand der Spendenaktion ist logischer Weise noch viel zu früh, aber der Vorsitzende der Waldbadförderer, Walter Fiedler, hatte von Anfang an die Hoffnungen etwas gedämpft, weil andere Vereine auch ihre Daseinsberechtigung haben und um Sponsoren werben.

Was darüberhinaus seine Sympathie genießt, ist das Spenden von Dauerkarten, wie es kürzlich der Vorsitzende des Verbandsgemeinderates Rüdiger Kloth während der Jahreshauptversammlung des Fördervereins vormachte und was inzwischen schon einige Nachahmer fand. Wenn das in Größenordnungen Beispiel macht, würde sich das auf der Einnahmenseite auch bemerkbar machen. Dazu hätten Firmen und Institutionen, die ihren Mitarbeitern oder Mitgliedern etwas Gutes tun wollen, quasi sogar eine Gegenleistung in der Hand. Zur Erinnerung: Eine Jahreskarte kostest 66 (ermäßigt 33) Euro.

Unbeeindruckt davon, wird die Stadt auch die Vorbereitungen für eine neue Waldbad-Saison starten. Davor sollten aber noch die Arbeiten am Dach des Kassenhauses starten. Rund 50000 Euro stehen für den zweiten Bauabschnitt nach der Sanierung der sanitären Anlagen 2014 als Ausgaberest zur Verfügung. Das Walmdach hat allerdings auch die Größe eines mittelgroßen Eigenheimes.

Das Geld setzt sich aus Zuschüssen über das 2014 ausgelaufene Leader-Programm und Eigenmitteln der Stadt zusammen. Ob das Waldbad von der neuen Förderperiode profitieren kann, steht indes noch in den Sternen.