Herrliches, wenn auch etwas kühles Wetter, begleitete am Sonnabend vor allem am Vormittag die 24. Auflage des Osterburger Ostermarktes im Kreismuseum.

Osterburg l Ein Spaßvogel unter den Besuchern meinte, er hätte noch Forumschecks gehabt und für diesen Tag das schöne Wetter aufgekauft. Jedenfalls waren Museumschef Frank Hoche und seine Mitarbeiter mit der Resonanz sehr zufrieden; In den ersten 20 Minuten nach Öffnung hätte er schon 100 Besucher registrieren können.

"Das ist schon sehr gut", sagte er der Volksstimme, bei der er sich auch ausdrücklich für die gute Unterstützung in der Vorbereitungszeit bedankt. Seine Mitarbeiterin Dagmar Martin wollte neben anderem österlichen Beiwerk alkoholverdächtiges Osterwasser an die Frau oder den Mann bringen. Nebenan hatten Schülerinnen der Klasse 10 d des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums 21 verschiedene Kuchen zum Kaffee im Angebot. "Der Erlös ist für unsere Klassenkasse, wenn wir mal einen Ausflug machen möchten", sagte uns Deborah Seekel.

Hinter den Händlertischen sah man viele bekannte Gesichter. Rund um den Stand von Diana und Karsten Sippert vom Kardenhof in Arneburg, zum Beispiel, duftete es nach den Badebomben, Badetorten und Seifen von Aprikose bis Zimt. Sie hatten auch einige hausgemachte Neuheiten dabei wie Body-Butter, Lippenbalsam, Duschsahne und Duschmilch, letztere mit Schafsmilchanteil. Sipperts, nun schon zum achten Mal hier auf dem Markt, halten derzeit 20 Schafe und fünf Lämmer.

Förderverein sammelte

Am Stand des Fördervereins Buchholzorgel boten Gemeindekirchenratsvorsitzende Renate Böhm und der stellvertretende Vereinsvorsitzende Friedemann Lessing Orgelartefakte, CDs unter anderem von Benefizkonzerten, Postkarten mit Motiven der Nicolaikirche und antiquarische Bücher an. Neu: Wer beispielsweise 30 Euro locker machte, bekam entweder zwei CD nach Wahl oder eine alte Orgelpfeife plus eine CD plus eine Postkarte plus einen Aufkleber.

Mehr als 20 Jahre gehören Margitta Mattern aus Birkholz und Sabine Jahn aus Steinfeld, auch unter dem Namen "Flinke Nadeln" bekannt, zum Händlerstamm. Sie hatten gestrickte und gehäkelte Mützen, Schals, Osterhasen, Eulen, Sparstrümpfe, Teddys und anderes von der Nadel mitgebracht. Niedlich: Ohranhänger mit kleinen Socken dran.

Bei Gerhard Bunzenthal aus Magdeburg konnten kleine Besucher nach Herzenslust malen und drucken. Er hatte aber auch Grafiken und Keramiken zum Verkauf mitgebracht. Gemeinsam mit der Osterburgerin Irene Mertens belegt er ab kommenden Sonntag eine Ausstellung im Kreismuseum, die einen Querschnitt des Schaffens beider Künstler repräsentieren wird.

Drachentöpferin Astrid Reichardt aus dem, wie sie sagt, "stillen Berge in der wunderschönen Altmark" hatte eine große Auswahl an figürlicher Keramik zu bieten, vor allem für den Garten, "denn wir kommen ja ins Frühjahr". Drollig sind die Klingelpilze, deren "liebliches Geläute durchs Gemüt zieht", wenn der Wind sie bewegt. Interesse bei den Besuchern fanden auch Blumengefäße als Frroschkönig, Eulen und Drachen, ferner Mädchenfiguren an Stäben, die man als "Jungfer im Grünen" ins Blumenbeet stecken kann. Sie wohnt seit sieben Jahren in Berge und bereiste zum fünften Mal den hiesigen Ostermarkt.

Seit 2004 bereichert Annemarie Püschel aus Havelberg den Ostermarkt mit ihren zum Teil exotischen Konfitüren. "Ich bin gern hier und freue mich immer, wenn ich kommen kann", sagte sie uns. "Hier ist es einfach super!" Einige Meter weiter, neben der Seildrehmaschine des Museums, an der der Mitarbeiter des Hauses Detlef Preetz große und kleinen Kinder beschäftigte, hatte Erika Bukowski nicht nur ein vielfältiges Sortiment an hausgemachten Konfitüren ausgebreitet, sondern auch Bilder aus ihrem Hausatelier und diverse Handarbeiten feilgeboten. Im gleichen Raum flochten Hans Brehmer und Schwiegertochter Dagmar Stuhlsitze. "Es ist mein Hobby und Entspannung nach der Arbeit ", sagte der Osterburger Fahrlehrer.

Schulung der Feinmotorik

Zum zweiten Mal stellte Ines Perthel aus Wiesenburg im Fläming hier handgemalte und -gezeichnete Tierporträts aus und bot sie zum Kauf an. Solche auswärtigen Händlerinnen wie sie, Mützen- und Hütehändlerin Andrea Sargatzky aus Lübz, Veronika und Sarina Krätzig aus Karstädt in der Prignitz mit ihren Edelsteinen, Heilwassern, -salzen, Ölen und Essigen sowie Ulrike Jürgens aus Lüchow mit Leinentischdecken, -schmuckbändern und -wäsche wie aus früheren Zeiten erhöhen auf ihre Weise den Bekanntheitsgrad unserer Region, nicht zu vergessen Frank Hoches Bruder Harald aus dem thüringischen Apolda, der zum zweiten Mal nach Osterburg kam, um mit Kindern kleine Körbchen zu flechten - gut für die Schulung der Feinmotorik und Gedächtnistraining, wie er uns sagte.

Dank von Frank Hoche

Für das leibliche Wohl sorgte eine Fleischerei aus der Nachbarschaft mit Bratwurst, Bouletten, Bauernpfanne und Hochzeitssuppe, alles, wie versichert wurde, "hausgemachte Ware". Reichlich Osterwasser verschiedener Sorten und Stärken gab es am Stand von Michael Schulz.

Vor dem Museum, neben Krätzigs Wagen, hatte sich, wie in den Jahren zuvor, ein polnischer Händler mit Wurst-, Käse- und Fischspezilitäten sowie Süßwaren seines Heimatlandes für ein paar Stunden etabliert. Damit bekam der Markt ein wenig internatonales Flair. Im Zusammenhang mit den Außen-Ständen merkte Frank Hoche an, "danken wir den Verkehrsteilnehmern für ihr Verständnis; sie haben den Parkstreifen vor unserem Haus nicht zugestellt und diesen Standort den Händlern überlassen".

   

Bilder