Osterburg l Die Tiefbau-Arbeiten sind bereits an einigen Stellen der Biesestadt, wie beispielsweise in der Bismarker Straße oder in der Krumker Straße, ersichtlich. Aber "einen großen Teil" der von der Telekom in Auftrag gegebenen Arbeiten, die für das schnelle VDSL-Netz nötig sind, würden die Bürger nicht bemerken, sagte Joachim Fricke vom genannten Unternehmen jüngst bei der Sitzung des Bau- und Wirtschaftsförderungsausschusses der Hansestadt zu den Anwesenden.

Rund 40 Kilometer Glasfaser-Kabel werden in den kommenden Monaten verlegt. Zum Fertigstellungstermin und somit zum möglichen Start der noch schnelleren Datenübertragung mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde im Download-Bereich wollten sich Fricke und Andreas Meyer, Ansprechpartner des Infrastrukturvertriebes der Telekom in Sachsen-Anhalt, nicht genau festlegen. "Wir hoffen, dass es zum Jahresende klappen kann." Die Devise lautet jedoch lieber ein 100-prozentiges leistungsfähiges Netz mit ein paar Wochen "Verspätung" als ein Netz mit Schwachstellen im vierten Quartal des Jahres. Allerdings ist das Ziel mit diesem Zeitpunkt erst einmal definiert.

Gefragt nach den Kosten für den Endverbraucher, merkte Meyer an: Für die Voraussetzung, an das schnelle Netz zu gelangen, erstmal nichts. Wer vom rasanten Tempo profitieren möchte, muss natürlich bezahlen. Aber erst einmal investiert die Deutsche Telekom. Der Ausbau in Osterburg ist Teil der Breitbandoffensive "Integrierte Netz-Strategie": Jedes Jahr investiert das Unternehmen rund vier Milliarden Euro in die Infrastruktur in Deutschland und versorgt damit Millionen Haushalte mit schnelleren Internet-Anschlüssen.

In Osterburg und Zedau sind es rund 3500 Haushalte, die dann mit schnellem Internet versorgt werden. "Für alle mit der Vorwahlnummer 03937", würde sich diese Möglichkeit ergeben. Aber auch in den anderen Ortschaften der Einheitsgemeinde "sind aktuell bis 50 Megabit je Sekunde möglich", so Meyer.

Vectoring-Technik kommt zum Einsatz

Zu den erforderlichen Aufgaben gehört neben der Verlegung des Kabels der Bau neuer Verteilerschränke - circa 20 für Osterburg. Jeder ist prall gefüllt mit hochmoderner Technik und den Zugänge zum Internet aller Kunden, die in der näheren Umgebung wohnen. In ihm wird das Signal vom Glasfaserkabel auf eine Kupferleitung übergeben. Auf dieser Leitung, die vom Verteilerkasten zum Kunden führt, kommt Vectoring-Technik zum Einsatz: Sie macht den Daten auf dem Kupferkabel Beine, denn sie beseitigt die elektromagnetischen Störsignale, die es zwischen Kupferleitungen gibt. Dadurch ist mehr Tempo beim Herauf- und Herunterladen möglich.