Walsleben l Die Ausstellung von Tramps Werken aus Privatbesitz - er hatte zu Lebzeiten mehr Bilder verschenkt als verkauft - war vom Kulturförderverein Östliche Altmark in Zusammenarbeit mit dem Walslebener Ortschaftsrat, dem früheren Idener Schuldirektor Peter Müller und dem Hindenburger Heimatforscher Chrisitian Falk organisiert worden, wie Wolfgang Haacker vom Vereinsvorstand äußerte.

Unter den Besuchern befand sich Elisabeth Henning aus Burg. Ein Bild auf einer mit vielen Farben "verzierten" Staffelei, die der Meseberger Kunstmaler Günter Lüder von Tramp geerbt hatte, zeigte sie als Schülerin vor 50 Jahren. Die heute 63-Jährige berichtete über ihre Bekanntschaft Tramps mit ihrer Familie, die in ihrem damaligen gemeinsamen Wohnort Hindenburg ihren Anfang genommen hätte. "Erhard Tramp war mein Lehrer und zudem mit meinen Eltern gut befreundet. Er und mein Vati waren zusammen zur Schule gegangen. Dann als Lehrer saß er während seiner Freistunden oft bei uns in der Küche, schnackte mit den Eltern bei einer Tasse Kaffee und aß dazu sein Frühstücksbrot. Eines Tages, in einer solchen gemütlichen Runde, hatte er die Idee, mich malen zu wollen. Ich habe ihm aber nur am Anfang Modell gesessen; als junges Mädchen hatte man nicht lange Sitzfleisch. Er hatte seine Arbeit dann nach einem Bild von mir vollendet. Es hing lange im Schlafzimmer meiner Eltern und jetzt in meinem." Tramp hatte in Walsleben ein Haus geerbt und war 1962 nach dorthin verzogen.

Im Publikum dieses Nachmittags saß auch Elisabeth Hennings Bruder, Ferdinand Herms aus Neuruppin. Er sei 1956 in Osterburg in die Oberschule gekommen, erzählte er. "1959, in der 11. Klasse, bekam ich Erhard Tramp als Lehrer im Fach Zeichnen und Kunsterziehung. Er war kein studierter Lehrer und auch nicht in ,der` Partei, und es hatte mich beeindruckt, wie er sich zwischen seinen akademisch ausgebildeten, zum Teil arroganten und dünkelhaften Berufskollegen auf Grund seines Könnens behauptet und allen Widrigkeiten, denen er ausgesetzt war, getrotzt hatte. Für mich war er fast ein väterlicher Freund, dem ich großen Respekt entgegen gebracht hatte. Nach dem Abitur und dem Studium haben wir uns aus den Augen verloren." In Herms` Besitz befindet sich das Bild "Landstreicher", eine Federzeichnung nach einem Original, das ihn ein Leben lang begleitet hätte. "Für mich war damals dieses Ungebundensein der Person auf dem Bild Wunschtraum und Utopie gewesen, die ein bisschen Traurigkeit und Illusion verspüren ließen", sagte Herms.

Ebenfalls Besucher dieser Veranstaltung waren Czeslaw und Gisela Gotot, deren DDR-Bungalow Tramp ebenfalls als Motiv gedient hatte und zwar als Bild verewigt unter dem Titel "Czeslaws Almhütte". In einem vom Kulturförderverein herausgegebenen und in Zusammenarbeit mit Peter Müller und seiner Arbeitsgruppe entstandenen Kunstkatalog (über den Förderverein zu beziehen) finden sich ausgewählte Werke des Künstlers, die dessen tiefe Heimatliebe erkennen lassen, seien es die vielen Blumenmotive, Wischelandschaften mit ihren Gewässern und Gehöften und Ansichten von altmärkischen Städten.

Erhard Tramp malte vor allem Aquarelle, aber auch in Öl und zeichnete mit der Feder.

Bilder