Große Ereignisse werfen ihren Glanz voraus. Vom 5. bis 7. Juni feiern die Gladigauer die urkundliche Ersterwähnung ihres Ortes vor 777 Jahren.Darauf weisen jetzt auch Schilder hin.

Gladigau l Am Freitag befestigten Ortsbürgermeister Matthias Müller und Pfarrer Norbert Lazay, der zugleich Vorsitzender des Altmärkischen Heimatbundes ist, als Einladung für Durchfahrende ein 175 mal 70 Zentimeter großes Schild aus mit farbenfeudiger Folie überzogenen Metall am Saal des "Dörpschen Kruges".

Wer aus Richtung Schmersau kommend am Ortseingang die nachgestaltete Burg passiert hat, wird auf diesen Blickfang aufmerksam. In der Mitte prangt das Wappen der Ritter von Gladigau mit einem von vier Distelblüten gekrönten Helm, "die wahrscheinlich die Kargheit des Bodens hier symbolisieren sollen", vermutet Norbert Lazay. "Das Rittergeschlecht war 1609 ausgestorben." Die Bewohner des Ortes Gladigau in Australien, sicherlich Auswanderer aus der hiesigen Gegend, hätten zusätzlich ein Känguru in das sonst gleiche Ortswappen aufgenommen.

"Außerdem bringen wir an den Ausfallstraßen nach Rossau, Hagenau und Einwinkel je ein kleineres Schild mit gleichem Motiv an", berichtete Lazay. Wer allerdings aus Richtung Boock nach Gladigau kommt, werde von einem großen Blumenbeet empfangen. Die 777 aus weißen Hornveilchen kontrastieren gut mit den violetten Artgenossen.

Übrigens habe eine Standaler Druckmanufaktur diese Schilder gesponsert, war weiter zu erfahren. Und damit kamen Lazay und Müller auf einen für sie wichtigen Aspekt der Festvorbereitung zu sprechen. "Inzwischen sind viele Spenden von Gladigauern und Leuten aus der Umgebung bei uns eingegangen", informierte der sich schon seit langem sehr für seinen Wohnort engagierende Gottesmann. "Wir bedanken uns bei allen, die uns sowohl materiell als auch finanziell unterstützt haben. Aber der Bedarf ist bei weitem nicht gedeckt."

Der Bürgermeister brachte in diesem Zusammenhang auch den zu erwartenden großen Festumzug ins Spiel. "260 Mitwirkende von unseren 330 Einwohnern werden die Schaubilder gestalten, die vom Mittelalter bis in die Gegenwart und unsere Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb ,Unser Dorf soll schöner werden, unser Dorf hat Zukunft` reichen. Das zeugt auch von einem sehr großen Interesse der Gladigauer."