Eine Unterschriftenliste mit 77 Namen spricht für sich: Die Rohrbecker wollen ihre marode Dorfstraße nicht länger hinnehmen. Zu groß sind die Schäden infolge von Vibrationen. Mit einem Schreiben an den Landkreis soll nun eine Sanierung oder Beruhigung erwirkt werden.

Rohrbeck l Es geht um die Ortsdurchfahrt, die Kreisstraße 1062. Sie wurde zu DDR-Zeiten aus Betonplatten erbaut, die mittlerweile an mehreren Stellen teilweise mehrmals komplett durchgebrochen sind. Ausbesserungen haben das Problem teilweise sogar noch verstärkt. "Durch die Fugen und Risse in den Platten setzte sich der Splitt und der Teer nach unten ab", heißt es im Schreiben an Landrat Carsten Wulfänger. Beim Überfahren der Stöße entstanden so nur noch mehr Vibrationen, die sich massiv an den Häusern bemerkbar machen würden. Hohle Fliesen, gerissene Fliesen und Kellerdecken sowie Risse in Hausfassaden sind in der Mängelliste aufgeführt. Sogar Porzellan, das in den Schränken wandert, wenn 40-Tonner durch das Dorf fahren. Die Anwohner möchten, dass das endlich aufhört.

Peter Kunze, dessen Name als Absender auf dem Schreiben steht, macht sich keine Illusionen. "Für eine Komplettsanierung ist bestimmt kein Geld da, aber dann muss es eine andere Lösung geben", sagt der Rohrbecker. Eine solche Lösung wäre zum Beispiel eine Verkehrsberuhigung an beiden Ortseingangsschildern, "sodass der Verkehr gedrosselt wird auf eine Geschwindigkeit von 30 km/h". Auch das nehme schon etwas an Schärfe heraus. Manchmal, "wenn wir am Wochenende mal unsere Ruhe haben wollen", parken die Rohrbecker ihre Autos bewusst wechselseitig auf der Straße. Dann fahren die Autos langsamer, "das macht schon ungemein was aus". Indes, eine Drosselung des Verkehrs allein über Schilder lehnen die Rohrbecker entschieden ab, "da sich 90 Prozent der Verkehrsteilnehmer nicht daran halten würden", sagt Kunze.

Das Problem verschärft sich zusehens, weil der Verkehr zunehme. Kunze spricht von der "Hauptverbindung zur Sandauer Fähre" und fragt sich, ob eine Straße in diesem Zustand überhaupt für 40-Tonner zugelassen sein darf. Lkw und Traktoren, die Biogasanlagen beschicken, rumpeln durchs Dorf. Schwere Fahrzeuge für den Deichbau nutzen die Strecke, Saatgutlieferanten und Transporter von Lebensmitteln. Auch der Busverkehr mache sich leider negativ bemerkbar.

Bereits im Jahr 2008 hatten sich einige Rohrbecker beim Landkreis über den Zustand der Straße beschwert. Heraus kam, dass die Mittel für eine Sanierung fehlen. Dieses Mal will das Dorf nicht einstecken: "Wir sind bereit, mit allen Mitteln zu kämpfen", sagt Kunze. Der Landkreis bestätigt derweil, dass das Schreiben eingegangen ist und dass die Anfrage "zu gegebener Zeit" selbstverständlich "geprüft und beantwortet" werde. Die Rohrbecker wünschen sich im ersten Schritt einen Vor-Ort-Termin. Dann wollen auch Vertreter des Idener Gemeinderates Flagge zeigen. "Vielleicht lässt sich wenigstens erreichen, dass die Geschwindigkeit gedrosselt wird", sagt Bürgermeister Norbert Kuhlmann. Auch an ihn ging das Schreiben der Rohrbecker.

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