Wenn die Hindenburger und Gethlinger Kinder in die Grundschule Iden wechseln, wäre der Standort auch über das Schuljahr 2017/18 gesichert. Aber ist das die Lösung? Zu einem Beschluss konnten sich die Verbandsgemeinderäte noch nicht durchringen.

Iden l Es ist ein Krampf. Niemand will Schüler hin- und herschicken, denn es hat etwas von Geschachere. Aber wenn die Verbandsgemeinde an den drei Grundschulstandorten Arneburg, Goldbeck und Iden festhalten will - und das hat das Gremium bekundet - können die Schulbezirke im Zweifelsfall zum Zünglein an der Waage werden. Und zum Zweifelsfall wird Iden schon in Kürze: Denn ab dem Schuljahr 2017/18 sind 60 statt bisher 52 Kinder als Mindestschülerzahl vorgeschrieben. Iden würde da wohl nicht mithalten können. Eine Lösung könnte nun sein, Hindenburger und Gethlinger Schüler nach Iden zu schicken. Während in Gethlingen "vielleicht ein Kind pro Jahr" schulreif wird, sind es in Hindenburg immerhin zehn bis 15. Damit wäre Iden vorerst aus dem Schneider.

Zu einem Beschluss konnten sich die Verbandsgemeinderäte am Montagabend trotzdem nicht durchringen. Auch vor dem Hintergrund, dass Dirk Kautz nicht anwesend sein konnte. Es betrifft ja "seine" Kinder aus Hohenberg-Krusemark und der Bürgermeister befürchtet, dass mit der Änderung die Kita Hohenberg-Krusemark geschwächt wird. Eltern haben es gerne, wenn ihre Kinder "im Verband" von der Kita in die Schule wechseln. Wenn nun Kinder aus Hindenburg und Gethlingen nach Iden in die Schule gehen, bringen Eltern sie vielleicht auch gleich dort in die Kita. So zeichnet Ronny Gabel als Sachgebietsleiter Hauptamt die Befürchtungen nach.

Dass die Idener Schüler knapp werden, hat nicht nur etwas mit der Geburtenrate zu tun. Eltern von Walslebener Kindern, die in Iden beschult werden, haben sich darüber beschwert, dass die Schule in Iden erst um 8.10 Uhr anfängt. Die Kinder seien dadurch erst spät zu Hause und hätten nur noch wenig Zeit für Nachmittagsaktivitäten. Auch aus Werben kam in dieser Hinsicht Unmut. Die Versuche der Idener Schule, darauf einzugehen, scheiterten. Möglich sei laut Landkreis nur ein Schulbeginn um 8.10 Uhr wie gehabt oder fast eine Stunde früher - um 7.15 Uhr. Das hänge mit dem Schulbussystem zusammen. Für eine Schulanfangszeit zum Beispiel um 7.30 Uhr oder 7.45Uhr müsste Stendal-Bus ein neues Fahrzeug kaufen. "Das wären Mehrkosten im hohen fünfstelligen Bereich", sagt Gabel. Aber ein Unterrichtsbeginn um 7.15 Uhr? Wann stehen die Kinder dann auf? "Wir können sie doch nicht um 5 Uhr aus dem Bett schmeißen", monierte Ratsmitglied Klaus Heinl auf der Sitzung am Montag. Da in dieser Hinsicht keine Besserung in Sicht zu sein scheint, haben einige Walslebener Eltern angekündigt, einen Ausnahmeantrag zu stellen und ihre Kinder nach Osterburg zu geben. Hinter Osterburg stehe ohnehin noch ein Fragezeichen. Bisher lässt die Hansestadt ihre Walslebener Kinder in Iden beschulen. Aber wird dies auch nach 2018/2019 noch so sein?

Die Änderung des Schulbezirkes brächte erstmal eine Lösung. Für die Hindenburger und Gethlinger wäre sie mit erneuter Unruhe verbunden, denn sie sind gerade erst von der geschlossenen Schule Hohenberg-Krusemark nach Arneburg gewechselt. Im Einzelfall muss dies allerdings keine Änderung bedeuten. "Wer jetzt in Arneburg zur Grundschule geht, kann dort auch bleiben", so Gabel. Wenn dies nicht gewünscht sei, sei der Wechsel schnell und unbürokratischer als sonst möglich.