Werben (kop) l Im Zeitfenster von 2016 bis 2019 soll die Landesstraße2 zwischen Werben und Räbel außerorts saniert werden. Der Landesstraßenbaubehörde Regionalbereich Nord (LSBB) stehen für diese "Hochwassermaßnahme" Gelder zur Verfügung.

"Nach jetzigem Stand können die Bäume entlang der Straße stehen bleiben", sagt Regionalbereichsleiter Manfred Krüger. Der Baumbestand ist gemischt: Altbestand und Nachpflanzungen, Linden, Eichen, Obstbäume. "Die Bäume sind den Räbelern und Werbenern wichtig", sagt Bürgermeister Jochen Hufschmidt. Was den Ausbau der Straße betrifft, hat sich der Werbener Stadtrat mehrheitlich für einen bituminösen Ausbau entschieden. Die für die etwa drei Kilometer lange Straße so typischen Pflastersteine kommen weg.

Die vitalere Baumreihe kann stehen bleiben

Betrachtet wird nach dem Hochwasser 2013 auch die L2 innerhalb von Werben, die Räbelsche Straße. Derzeit läuft ein Baumgutachten. "Wir müssen wissen, wie vital die Bäume noch sind", so Krüger. Der Abschnitt zwischen den Baumreihen würde zwar eine angemessene Verbreiterung der Straße zulassen, "aber wir dürfen nicht zu dicht an die Bäume heran". Das käme einem schleichenden Tod der betagten Linden gleich. Je nachdem, auf welcher Straßenseite die Bäume mehr geschädigt sind, würde dann entschieden. Die Seite mit den besseren Bäumen könnte stehen bleiben. Anbieten würde die Behörde auch hier zunächst einen bituminösen Ausbau, "das hat ja auch etwas mit der Geräuschentwicklung zu tun", so Krüger. Die Sanierung der Ortsdurchfahrt sei zwar nötig, werde aber nicht prioritär behandelt.

Bezüglich der Fährstraße vom Räbeler Deich bis zur Fähre sind hydrologische Untersuchungen geplant. Anwohner monieren immer wieder, dass die Anfang 2000 sanierte Straße als erhöhter Damm das Wasser künstlich stauen würde. Sie führen dies auch auf die relativ kleinen Durchlässe in der Straße zurück. Sie würden den Abfluss noch erschweren. "Da gibt es die Forderung, dass die Straße rückgebaut wird", so Hufschmidt. Auch, weil die Fähre durch die Erhöhung der Straße bei Hochwasser nicht wesentlich länger fahren kann. "Nur zwei bis drei Tage."

"Nasse Füße" bis zu einem bestimmten Grad normal

Krüger sieht dies skeptisch. "Die Räbeler wissen ja auch, dass sie immer mal wieder nasse Füße bekommen, das gehört dort dazu", sagt Krüger. Straße und Durchlässe hätten sicher Auswirkungen aufs Hinterland, "aber ich glaube nicht, dass sie so gravierend sind". Man werde selbst durch Umbaumaßnahmen die Situation nicht so verbessern können, dass im Hinterland kein Wasser mehr hochdrückt. "Und wenn wir Geld in die Hand nehmen, muss das gerechtfertigt sein." Hydrologische Untersuchungen sollen in dieser Frage Aufklärung bringen.

Das Ausbau der L2 ist in vielerlei Hinsicht eine komplexe Herausforderung. Allein die Sanierung außerorts wird laut Krüger drei bis vier Monate dauern. In dieser Zeit ist die Straße komplett gesperrt - und die von We rben bezahlten Fährleute haben keine Arbeit. Die Behörde will gleichzeitig auch den Fähranleger sanieren. Womöglich kommt auf die Stadt die Sanierung des Motorfähren-Anlegers zu. In Werben sind Anwohner und Stadt in punkto Gehweg und Straßenlaternen mit beteiligt. Räbeler wollen sich dafür einsetzen, dass ihre Pflastersteine bleiben.

Nach Hochwasser 2002 war Einigung nicht möglich

Der Ausbau der L2 war auch nach dem Hochwasser 2002 schon einmal Thema. Die Straßenbaubehörde hatte die Sanierung geplant, und es gab eine sehr kontroverse Diskussion darum. "Es war keine Einigung möglich, und ein Baurechtverfahren wäre zu aufwendig gewesen", so Krüger. Deswegen verschwanden die Pläne erstmal in der Schublade - bis 2013.

 

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