Emsiges Treiben herrscht im Dorfgemeinschaftshaus in Gladigau. Hier treffen sich die beiden Gruppen der Plattdeutschen Sommerschule zu den Proben für ihr Programm, das sie zum 777. Dorf-Jubiläum gestalten wollen. Sogar während der Pfingstferien kamen die 15 Kinder und Jugendlichen zusammen, um an ihren Sketchen zu arbeiten und Gedichte oder Tänze zu üben.

Gladigau l Bei den Proben ist Ursula Müller immer dabei. Sie steht den jungen Akteuren seit Jahren hilfreich zur Seite. Immer wieder gibt sie Hinweise, lässt Passagen wiederholen, findet lobende Worte. Lob und Anerkennung sind wichtig, das weiß Ursula Müller aus eigener Erfahrung beim Dorftheater. Und darum gibt es am Ende des Probennachmittags für alle selbstgebackenen Rhabarberkuchen und Saft als "Extra-Motivation".

"Ich komme immer gern hierher"

"Ich komme immer gern hierher, denn mir macht es viel Spaß, etwas in Plattdeutsch vorzutrage", erzählt Sophie Ploewka, die schon von Anfang an zu den Sommerschul-Kindern gehört. "Es ist auch gar nicht so schwer, den Text auswendig zu lernen", ergänzt Lea Emanuel.

Im Mittelpunkt steht an diesem Nachmittag der Sketsch "De Wett", den die Kinder mehrmals wiederholen, um das Zusammenspiel der Textteile und Bewegungsabläufe zu verbessern. Die Jüngste in der Runde ist die 5-jährige Charlotte Ungnade, die im Vorjahr "zum Schnuppern" dabei gewesen ist. Es hat ihr so gut gefallen, dass sie nun regelmäßig kommt und beim Jubiläums-Programm ein Gedicht vortragen wird. Bei der Probe klappt das schon recht gut. "Wenn alle Zuschauer lachen und klatschen, ist das unsere schönste Belohnung!" Darin sind sich die Kinder der jüngsten Gruppe, zu der außerdem noch Annika und Markus Benecke, Magnus Kaufmann, Ludwig Uhrhan und Melina Ungnade gehören, einig.

Ältere Gruppe übt zwei Sketsche ein

Kaum haben die Kleinen den Raum verlassen, kommen auch schon die älteren Sommerschul- Teilnehmer zur Tür herein. Zu dieser Gruppe gehören Jannis und Joschua Leitz, Marie Böllstorf, Lara Rohbeck, Fabia Hofeditz, Marie Röhl und Lukas Zager. Sie wollen zwei Sketsche in unterschiedlicher Besetzung proben. In einem davon geht es darum, dass ein Schüler Probleme mit der Lösung seiner Mathematikaufgabe hat und deshalb die Eltern um Hilfe bittet. Doch die können oder wollen die Aufgabe nicht lösen, was zu heiterer Verwirrung führt.

Schon nach den ersten Dialogen zeigt sich, dass die jungen Laien-Darsteller gut vorbereitet und textsicher sind. Nur selten muss Ursula Müller als Souffleuse einspringen.

Der Spaß beim Spielen ist allen deutlich anzumerken - immerhin sind die meisten Gruppenmitglieder auch schon seit Bestehen der Plattdeutschen Sommerschule dabei. Nur Lara und Fabia konnten nicht zur Probe kommen. Ihre Mitstreiter aber probieren inzwischen schon den zweiten Sketsch. Und auch hier läuft es nahezu reibungslos.

Somit können die jungen Plattdeutsch-Freunde dem Festwochenende optimistisch entgegensehen. Dann werden sie am Sonntag, 7. Juni, gegen 13 Uhr im Festzelt gemeinsam mit den Kindern aus der Plattdeutsch-AG der Grundschule Flessau ein abwechslungsreiches Programm gestalten.

 

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