Einem klassischen Start-Ziel-Sieg ähnelte gestern Abend die Auszählung der Stimmen für die Landtagswahl im Wahlkreis Osterburg-Havelberg. Mit den erste Meldungen, die in der Wahlzentrale der Stendaler Kreisverwaltung eintrudelten, ging Nico Schulz in Führung. Mit 41,7 Prozent (bei 84 von 86 Wahlbezirken) aller Erststimmen holte sich der CDU-Mann zum dritten Mal in Folge das Direktmandat und schnitt damit sogar noch etwas besser ab, als vor fünf Jahren, als es "nur" 41,1 Prozent waren.

Osterburg. Das gute Ergebnis war für den CDU-Politiker allerdings ein Muss, weil er nicht auf einen so komfortablen Listenplatz wie seine Landtagskollegen Dr. Helga Paschke (Die Linke) und Ralf Bergmann (SPD) verweisen kann, die nach derzeitigem Stand auch wieder im Parlament sitzen werden.

Apropos Magdeburg. Die Landeshauptstadt kam und kommt für Nico Schulz erst nach dem Wahlkreis. Das Engagement vor Ort ist für Schulz das A und O. "Und das hat der Wähler offenbar honoriert", analysierte er gestern Abend bei seiner Wahlparty im Osterburger Hotel "Zum Kanzler". Ebenso wie die Vertreter anderer Parteien machte er seiner Genugtuung darüber Luft, dass es die NPD nicht in den Landtag geschafft hat.

Das Wahlergebnis der Landes-CDU wertete er als "nicht grandios, aber pasabel.

Das Erfreulichste am Wahlergebnis ist für die Kandidatin der Partei Die Linke, Dr. Helga Paschke aus Klietz, "dass die NPD draußen ist". Die Ereignisse in der Bundes- und Weltpolitik der letzten Tage hätten eine Rolle bei dem guten Ergebnis der Grünen gespielt. Mit den Linke-Stimmen ist sie zufrieden, "wir sind stärker als die SPD, die CDU und FDP haben ordentlich verloren". Nun gelte es, mit der SPD über gemeinsame Inhalte zu reden.

Die Stimmung sei verhalten, weil die SPD nach den letzten Prognosen damit gerechnet hatte, "als zweite durchs Ziel zu gehen", sagte Ralf Bergmann. "Positiv ist, dass die Rechten draußen sind." Sein Ergebnis als Direktkandidat ist etwas schlechter als das vor fünf Jahren. Froh ist der Hohenberg-Krusemarker, weiterhin im Landtag mitarbeiten zu können, "denn wir wollen für die ländliche Region kämpfen, haben dort noch einiges vor".

Während andere Kandidaten das Wahlgeschehen per Fernsehen oder Internet verfolgten, saß Norbert Krebber (Bündnisgrüne) noch im Zug. Sein persönliches Abschneiden konnte den Landschaftsarchitekten nicht erschüttern, zumal er nicht so weit hinter dem Landesschnitt seiner Partei liegt. Die Leute seien, was grüne Politik betrifft, derzeit etwas verunsichert. Aber das werde sich ändern, ist sich der Wahrenberger sicher. Mit Blick auf die Ereignisse in Japan sagte er, man wolle nicht durch Katastrophen, sondern nachhaltige Projekte überzeugen.

Gute drei Prozent als Direktkandidat sind für den Anfang eine schöne Sache, findet Torsten Sawallisch. Viele konnten sich unter den Freien Wählern möglicherweise schlecht was vorstellen, "wir sind ja erst vor einem halben Jahr gestartet". Und weiter sagte der Mann aus Königsborn: "Wir werden unsere Arbeit vor Ort weiter machen." Und vielleicht wird damit zur nächsten Landtagswahl in fünf Jahren ein besseres Ergebnis erreicht.

Dr. Michael Kühn, Direktkandidat der FDP, war gestern Abend nicht zu erreichen.