94 Freiwillige folgten am Dienstag der Einladung zur Blutspende in die Osterburger DRK-Kindertagesstätte "Sonnenschein". Ein ordentliches Ergebnis, liegt aber unter den Erwartungen des Blutspendedienstes und der Gastgeber vor Ort, die im Schnitt sonst 100 bis 120 Frauen und Männer begrüßen können.

Osterburg. Aus dem einen Termin gleich einen Trend abzulesen, ist voreilig, aber es könnte auch der Konkurrenz eines Suhler Privatinstitutes geschuldet sein, das seine Aktivitäten in Zusammenarbeit mit den Johannitern seit einigen Wochen auch in den Norden Sachsen-Anhalts ausgeweitet hat (wir berichteten).

In der Tat ein Problem, räumte der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes "Östliche Altmark" gestern auf Nachfrage der Volksstimme vorsichtig ein, würde die Sache aber gern auf einer anderen Ebene behandelt wissen. Problematisch ist für Frank Latuske zum Beispiel, dass das Blut, das die Mitbewerber akquirieren und zu den verschiedensten Produkten verarbeiten, im Gegensatz zu den Konserven des DRK-Blutspendedienstes Dessau nicht generell in Sachsen-Anhalt verbleibt. Oder dass mit dem finanziellen Obolus an die Freiwilligen, mit dessen Höhe die Suhler vor der Presse nicht hausieren gehen, der Status einer Spende eigentlich nicht mehr gegeben sei. Latuske bekräftigte ebenso wie schon DRK-Präsident Dr. Dieter Denck in der Jahreshauptversammlung Anfang des Jahres, dass für das DRK eine finanzielle Leistung an die Spender nicht zur Debatte stehe. Dafür wolle man lieber mit der Qualität bei den Spenden punkten.

Wie das aussieht, erklären Kerstin Schütze und Karola Lashagen, Leiterinnen der Kindertagesstätte "Sonnenschein", in der mit dem Trägerwechsel nach der Wende seit fast 20 Jahren Blutspendetermine organisiert werden.

Um Wartezeiten zu vermeiden, die früher manchmal auftraten, werde inzwischen nicht nur an acht Plätzen Blut abgenommen. Es sorgen auch zwei Ärzte für die Untersuchung der Freiwilligen. Vor allem bei Erstspendern (dieses Mal waren es nur zwei) dauere das Prozedere meist etwas länger, weiß Kerstin Schütze zu berichten. Außerdem wären die Spendezeiten inzwischen von 15 bis auf 20 Uhr verlängert worden, damit auch berufstätige Pendler nicht benachteiligt sind, ergänzt Karola Lashagen, die zudem auf fünf Termine pro Jahr verweist. Denn Männer dürfen fünfmal in zwölf Monaten zur Ader gelassen werden, Frauen nur viermal.

Außerdem punktet die Kindereinrichtung mit dem Imbiss danach. Belegte Brötchen, das war gestern. "Weil die Kindereinrichtung über eine eigene Küche mit entsprechendem Personal verfügt, können wir sogar ein warm-kaltes Buffet anbieten, an dem sich die Blutspender nach Herzenslust bedienen dürfen", erklärt Kerstin Schütze stolz.

Am Dienstag, 28. Juni, können sich Erst- und Stammspender von den Bedingungen vor Ort wieder überzeugen.