Wendemark (ama). Im Saal des Kulturhauses Wendemark machten es sich am Freitagabend ein paar echte Liedermacher-Fans bequem. Der Verein "LebensKulturGut Wendemark" hatte zum ersten Mal vier musikalische Gäste und interessierte Zuhörer zu einem Konzert eingeladen.

"Ich weiß ja, dass alles erst anlaufen muss. Und schlechtes Wetter haben wir auch, das die Leute vom Kommen abhalten könnte", kommentierte André Grauer, der sich vor das Projekt gespannt hat. "Im Grunde bin ich aber sehr zufrieden", ergänzte das Vereinsmitglied. Auf die vier Musiker war sein Freund Kim Senger gekommen, der öfter Veranstaltungen organisiert. Nach Wendemark holte er RJ Schlagseite (Ralf Junker), Timon Hoffmann und Rüdiger Bierhorst mit Sven Panne.

Den Anfang machte Ralf Junker aus Hamburg, der erzählte, dass er es eines Tages satt hatte, immer Mitglied in Bands zu sein und seine Kollegen zur ersten Platte zu motivieren, um die Gruppe dann auseinanderfallen zu sehen. 2006 veröffentlichte der Autodidakt seine erste Scheibe, spielte die Musik selbst ein und legte im Vorjahr mit der Platte "Auch Maßhalten muss im Rahmen bleiben" nach. Warum sie ankommt, erkannten die Wendemarker schnell. Junker trägt sein Herz auf der Zunge. Mit viel Humor sang er beispielsweise "Die meisten merken nichts", "Du bist kein Verlierer, du bist\'n Antiheld" und "Ich nehm\' meine Gitarre mit in die Kiste".

Timon Hoffmann, den es mittlerweile von Berlin nach Hamburg verschlagen hat, macht deutsche Lieder ganz anderer Art. Von seinem Schnellsprechgesang mit Gitarrenbegleitung konnten sich die Zuhörer schon bei seinem Einstiegslied "Döner Kebab" ein Bild machen. Bei ihm heißt das Lieblingsessen der Berliner auch gern mal Migrationsmaultasche. Er reimt: "Nix ist schöner als ein Döner im Stehn um halb zehn."

"Mir gefällt das gut. Für mich war der Kinoabend im Saal in der vergangenen Woche auch schon ein Muss", schwärmte Anette Heine aus Behrendorf. Bernd Kloss war mit seiner Frau sogar aus Wanzer angereist, und Clemens Garlipp hatte Freunde aus Osterburg für das Konzert begeistert. "Ich bin wegen Rüdiger Bierhorst hier", erklärte er. Nachdem der Wahl-Berliner, der kürzlich an den Bodensee gezogen ist, immer öfter auf Konzerten merkte, dass er sich mit dem Liedermacher Sven Panne ergänzt, gehen die Zwei gern gemeinsam auf Tour. Bierhorst selbst sieht seine Songs als gefühlvolle Lieder mit gehaltvollen Texten. Eine Kostprobe davon gab es am Freitag.

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