Vor zwei Jahren wurde die Osterburger Schwiegermutterbrücke eingeweiht. Weil für die Erneuerung der Schwiegervaterbrücke noch kein Termin in Sicht ist, wird die Fußgänger- und Radfahrerbrücke entsprechend häufig frequentiert, aber eben auch deren Zustand begutachtet. Und mit dem scheint es nicht so gut bestellt zu sein, wie Hinweise an die Volksstimme zeigen und die offenbar auch regelmäßig bei Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose eingehen.

Osterburg. In der Tat sind - abgesehen von den Bohlen, die die Last der Passanten tragen - die meisten Holzteile lose, weil sich die Eichenbretter und -bohlen verzogen, Volumen verloren und Risse bekommen haben. Zugegeben, die betroffenen Teile sind nur verkleidender Natur - die Stahlkonstruktion steht so fest wie am ersten Tag. Trotzdem könnten insbesondere die Handläufe für eingeklemmte Finger oder eingezogene Splitter sorgen. Abhilfe, meinen die Kritiker, sei mit wenig Aufwand möglich und nötig, bevor Vandalen auf die Idee kommen, die losen Schraubverbindungen endgültig zu lösen und das Holz in die Biese zu werfen.

Bauamtsleiterin Antje Spillner ist das Problem schon aus dem Vorjahr bestens bekannt. Die Stadt verstecke sich auch nicht hinter Garantieansprüchen. Vielmehr schaue der Stadtgärtner regelmäßig, mit einem Schraubenschlüssel "bewaffnet", vorbei, um lose Teile zu befestigen. Die Witterungseinflüsse machen die Mühen aber oft schnell zunichte - vor allem am Handlauf, der Regen und Sonne besonders intensiv ausgesetzt ist und regelrecht ein Eigenleben entwickelt. Bohlen, die eben noch lose waren, können kurz nach dem nächsten Regen wieder stramm sitzen und umgekehrt. "Ich habe dafür keine Patentlösung", erklärt die Bauamtsleiterin auf Nachfrage der Volksstimme. Die Baufirma, so Antje Spillner, berufe sich darauf, dass Eiche wohl doch nicht die richtige Wahl bei den Planungen war und schiebe die Verantwortung von sich. Anderes Holz würde die Stadt aber wieder neues Geld kosten.

Einen Vorschlag bringt die Fachfrau aber noch ins Gespräch. Sie votiert dafür, den Handlauf ganz und gar zu demontieren. Die für ein Geländer recht hoch angebrachten Eichenbohlen wären ohnehin mehr etwas für die Optik, die an die Vorgängerbrücke erinnern soll. Festhalten könnten sich die Passanten bei Bedarf auch am Profileisen, das eine deutlich glattere Oberfläche aufweise. Einziger Nachteil: Das Metall nimmt, egal ob heiß oder kalt, die Außentemperatur spürbar stärker als Holz an.