Die enge Zusammenarbeit des Lions Clubs und der Lady Lions Salzwedel zahlte sich aus. Zehn Familien, die vom Hochwasser betroffen sind, können ihre Häuser auf Vordermann bringen.

Salzwedel l Betriebliche Existenzen wurden vernichtet, Familien standen vor dem Nichts, denn ihre Häuser waren unbewohnbar. Notdürftig schlafen sie teilweise noch heute in Containern, Gartenlauben oder im Obergeschoss ihres Hauses, da die Flut das Erdgeschoss verwüstet hat. Auch acht Monate nach dem Elbe-Hochwasser geht es vielen Familien in den Krisengebieten weiterhin schlecht.

Direkt nach der Elbeflut im Juni 2013 ist eine Welle der Hilfsbereitschaft angelaufen. Auch das Hilfswerk Deutscher Lions, kurz HDL, setzte sich ununterbrochen für die betroffenen Familien in den Regionen ein. Sie riefen zu einer Spendenaktion auf, bei der rund 600000 Euro zusammenkamen. Doch das ist nicht alles. Neben dieser gewaltigen Summe hat jeder der insgesamt 1526 Clubs der Lions, seinen Beitrag dazu geleistet, so dass die Betroffenen schon im Juli 2013 auf zahlreiche Soforthilfen zählen konnten.

Mit viel Engagement machten auch die Mitglieder des Lions Clubs und der Lady Lions Salzwedel mit. Sie wollten das Leben von betroffenen Familien des Elbe-Hochwassers lebenswerter gestalten, ihren aktiven Beitrag dazu leisten, dass die Menschen, besonders im Elbe-Havel-Land, schnell wieder auf die Beine kommen. Die ersten Sach- und Geldspenden der Salzwedeler Lions flossen deshalb bereits im Juni 2013 zu Familien und einem Jugendclub.

Am 26. Oktober kam es zu einem Hochwassergipfel in Tangermünde. Dort verschaffte sich Bernd Hartstock, Vize-Governor der Lions Sachsen-Anhalt/Thüringen, eine Übersicht der Familien, die im Einzugsgebiet betroffen sind. Er meint, es seien rund 1600, 58 davon absolute Härtefälle. "Von den 58 Familien haben wir nach intensiver Prüfung zehn ausgesucht", erklärt Lutz Hirning vom Lions Club.

Die Mitglieder zögerten nicht und gingen ab Anfang Dezember gemeinsame Wege. Eine Woche vor Weihnachten verschafften sich Bernd Hartstock, Sonja Schennetten, Mitglied der Lady Lions, und Lutz Hirning in Schönhausen und den umliegenden Dörfern und Städten einen Überblick über die Familien-Situationen. Sie versicherten, dass sie helfen wollen und werden. Lutz Hirning organisierte Flutteams, die die zehn Familien besuchten. "Es waren Männer und Frauen dabei, die ihre Geschichte und das, was ihnen bei der Flut genommen wurde, zum 100. Mal erzählen mussten, ohne, dass sie von irgendwem eine Unterstützung danach erhielten. Es war eine bedrückende Situation", weiß Bernd Hartstock noch genau.

Es folgte eine Reihe von schriftlichen Dokumentationen. Gutachten der Häuser der Familien mussten erstellt werden. Hilfe war endlich für sie in Aussicht.

"Kurz vor Weihnachten reichten wir die Schriftstücke ein", erzählt Lutz Hirning. Mit Erfolg. Ein gesondertes Gremium beim Hilfswerk Deutscher Lions entschied sich dafür, dass zehn Familien im Elbe-Havel-Land mit jeweils 10000 Euro unterstützt werden. "Es war nicht in unserem Interesse, wie bei einem Gießkannen-Projekt, jedem Betroffenen nur 500 Euro zukommen zu lassen", betont Bernd Hartstock. Aus diesem Grund entschieden sie sich für die Summe von zehnmal 10000 Euro.

Handwerker sollen Häuser auf Vordermann bringen

Doch wie funktioniert die Hilfestellung? Die Familien können Handwerker beauftragen, die dann im Wert von 10000 Euro ihre Häuser auf Vordermann bringen - die Verantwortlichen der Lions zeichnen die Rechnungen gegen.

Neben der finanziellen Hilfe gibt es auch persönliche. "Wir haben telefonischen und persönlichen Kontakt mit den Familien", erzählt Sonja Schennetten. Weiterhin werden die Familien von den Lions und Lady Lions begleitet. "Wir wollen, nachdem die Arbeiten an den Häusern abgeschlossen sind, im Sommer in die Region fahren", freut sich Sonja Schennetten auf den Besuch bei den Familien.

"Diese Hilfe war kein Meisterwerk eines Einzelnen. Allein durch die enge Zusammenarbeit der Lions und Lady Lions können wir zumindest zehn Familien helfen", ist Lutz Hirning stolz auf das Erreichte. Zu sagen ist auch noch, dass dies nur ein Beispiel für das Engagement der Lions ist. Die anderen Clubs in Deutschland haben auch dazu beigetragen, dass es vielen Betroffenen ein wenig besser geht.

Bilder