Selbst eine Stulle schmieren und essen, worauf man Lust hat: Das können die Mädchen und Jungen aus dem "Haus der Zwerge" Bornsen in ihrem Kinderrestaurant. Die Probewoche endete gestern.

Bornsen l "Eigentlich wollten wir in dem Zimmer einen Bewegungsraum einrichten. Aber irgendwie war dafür zu wenig Platz", erzählt Kita-Leiterin Kerstin Schröder. Dann kam ihr und ihren Kolleginnen ein anderer Gedanke: Ein Kinderrestaurant passt da gut rein.

"Irgendwie störten die Tische und Stühle in den Gruppenräumen beim Toben. Warum nicht einen Raum nur fürs Essen reservieren?", beschreibt sie. Die Kinder seien von der Idee begeistert gewesen, auch die Mitglieder des Elternkuratoriums. Die Erwachsenen hätten mitgeholfen, die Wände des künftigen Kinderrestaurants zu tapezieren und malern. Die Kleinen sorgten für Kunst an den Wänden. "Die gestalteten Eierpappen schlucken auch gleichzeitig etwas den Lärm", merkt Kerstin Schröder an.

Tische und Stühle waren rasch hineingeräumt, auch noch einige Regale. Und schon konnte der spezielle Raum zum Probebetrieb öffnen. "Gesunde Ernährung ist uns wichtig. Wir wollen Vollverpflegung bieten und den Eltern das Mitgeben der Brotbüchsen ersparen", sagt die Kita-Leiterin. Also seien die jungen Besucher befragt worden, worauf sie Appetit haben. Ein Frühstücksplan sei erarbeitet worden. Dieser enthalte neben zwei Sorten Brot mit diversen Belägen auch Cornflakes.

Lust auf Fisch mit Tomatensoße

"Sogar Fisch in Tomatensoße haben sich die Kinder gewünscht", nennt sie ein weiteres Beispiel. Aber auch für eine Obstmahlzeit und eine Vesper-Pause sei gesorgt. Und wer Durst habe, könne sich im Kinderrestaurant etwas zum Trinken eingießen. Das Mittagessen werde hingegen von einem Anbieter aus der Region geliefert.

Die Mädchen und Jungen sind stolz darauf, dass sie die Teller allein holen, beim Abräumen und Abtrocknen mit helfen können. "Ich kann meine Stulle jetzt selbst schmieren", berichtet Vincent Mickoleit erfreut.

"Die Kleineren, die noch nicht alle Handgriffe beherrschen, erhalten natürlich Hilfe von uns", erklärt Kerstin Schröder. Aber auch diese würden versuchen, so viel wie möglich selbst auszuprobieren. "Die Kinder finden das Angebot einfach toll", hat sie beobachtet.

In der nächsten Woche sollen die Eltern befragt werden, wie die Probewoche bei ihnen angekommen ist. "Wir hoffen, dass wir auf eine positive Resonanz stoßen. Denn wir wollen gern die Vollverpflegung in unserer Konzeption festschreiben und somit als Einrichtung einen Beitrag zur gesunden Ernährung leisten", schildert Kerstin Schröder.

Neben dem richtigen Essen sei auch Bewegung wichtig. Platz dafür gebe es nicht nur in den Räumen und im Hof. Einmal in der Woche gehe es zum Sporttreiben in die Turnhalle nach Jübar. "Da haben unsere Zwerge dann viel Fläche, um nach Herzenslust herumzulaufen und sich mal so richtig auszupowern", beschreibt die Kita-Leiterin.