Rademins Ortsbürgermeister Lutz Schermer sitzt künftig mit im Arendseer Stadtrat. Alle sechs anwesenden Ratsmitglieder wählten ihn. Sein Vertreter ist Michael Beutel. Sie werden sich für die Interessen von Rademin, Ortwinkel und Ladekath in der Einheitsgemeinde einsetzen. Das Thema Klage gegen die Zwangszuordnung brachte erst Ratsmitglied Dr. Gerd Polzius aufs Tapet.

Rademin. "Bis über unsere Klage gegen die Zwangszuordnung beim Verwaltungsgericht entschieden ist, tun wir also so, als ob wir zur Einheitsgemeinde Arendsee dazugehören", erklärte er am Donnerstagabend nach der Diskussion über Haushaltsmittel und Sonstiges während der öffentlichen Ortschaftsratssitzung im Dorfgemeinschaftshaus Rademin.

"Wir sind doch keine Schachfiguren"

Denn während der vorangegangenen Wahl der beiden Vertreter im Arendseer Stadtrat war er noch nicht anwesend. "Aber wir haben gar keine Bindung zu Arendsee", begründete Polzius. Obwohl es auch zu Salzwedel keine echte Bindung gebe, müsse der Bürgerwille umgesetzt werden. "Dem sind wir verpflichtet", machte er seinen Standpunkt deutlich.

Und die Bürger hätten zweimal ihr Votum für die Jeetze- und nicht für die Seestadt abgegeben. Deshalb sei er gegen die erfolgte Zwangszuordnung. "Wir sind doch keine Schachfiguren, die das Land hin- und herschieben kann", machte er seinem Ärger Luft.

Für die Mehrzahl der Ratsmitglieder ist indessen absehbar, dass die Klage wenig Aussicht auf Erfolg hat. Man sehe den Tatsachen ins Auge und bemühe sich um eine konstruktive Zusammenarbeit in der Einheitsgemeinde, zu der die Orte Rademin, Ortwinkel und Ladekath nun gehören. "Entweder sind wir nun dabei oder nicht, ganz oder gar nicht", betonte Ortsbürgermeister Lutz Schermer.

Ihn wählten die sechs anwesenden Mitglieder einstimmig als ihren Vertreter im Arend- seer Stadtrat. Sein Stellvertreter im Ortschaftsrat wird auch sein Stellvertreter im Stadtrat sein: Michael Beutel erhielt ebenfalls das Vertrauen, enthielt sich selbst aber der Stimme.

Welcher Fraktion sich die beiden Männer anschließen wollen, ließen sie an dem Abend offen, zumindest im öffentlichen Sitzungsteil.

Ebenfalls an der Sitzung nahm Arendsees Bürgermeister Norman Klebe teil. Er versicherte den Ortschaftsräten, dass die Einheitsgemeinde als Rechtsnachfolgerin der ehemaligen Gemeinde Rademin nicht vorhabe, die Klage der Rademiner gegen die Zwangszuordnung zurückzuziehen. Er machte allerdings unmissverständlich klar, dass nun die Einheitsgemeinde für die noch entstehenden Kosten dafür aufkommen müsse. Er rechne damit, dass die Klage beim Oberverwaltungsgericht nicht positiv beschieden werde. Er sei im Moment dabei, bei den Anwälten Informationen über den aktuellen Sachstand einzuholen.

"Das ist praktikabel und die Ortsnamen bleiben erhalten"

Auch für die neuen Postanschriften stellten die Ortschaftsräte am Donnerstag-abend die Weichen. Wie in allen anderen Ortsteilen der Einheitsgemeinde soll es keine doppelten Dorfstraßennamen geben. Deshalb plädierten die Räte dafür, bis zur Umstellung der Postleitzahl die bestehende Postleitzahl und Arendsee als Ortsangabe sowie den Ortsteilnamen mit Hausnummer und damit folgende Adressen zu verwenden:

29416 Arendsee

Rademin (Ortwinkel, Ladekath) Nummer XX.

"So ist das praktikabel und die Ortsnamen bleiben in der Anschrift erhalten", sagte Lutz Schermer.

Allerdings muss der Stadtrat der Lösung noch zustimmen. Der tage Anfang Februar, so Klebe. "Und dann muss die Post ihr System noch umstellen."