Salzwedel (aw) l Mit einer Gedenkfeier auf dem Bahnhofsvorplatz haben Bürger und Vertreter des öffentlichen Lebens am Sonnabend an die Opfer des Zweiten Weltkrieges erinnert. Anlass war der 69. Jahrestag des Bombardements der Stadt durch alliierte Verbände am 22. Februar 1945. Etwa 300 Menschen waren dabei ums Leben gekommen.

Salzwedels Oberbürgermeisterin Sabine Danicke sagte vor gut 50 Teilnehmern: "Das Geheimnis des Friedens heißt Erinnerung." Leider werde auch heute nicht genug gegen rechtsextreme Tendenzen getan. "Wehren wir jeglichen Anfängen von geschichtlicher Verlogenheit und Verblendung."

"Eine Umkehr im Kopf wäre für mich das Wichtigste."

Die Oberbürgermeisterin nahm in ihrer Rede indirekt auch Bezug auf die mögliche Kandidatur des Feuerwehrmitglieds Mark Preuß für den Stadtrat, zu der sie während der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr trotz eines eindeutig formulierten Manuskriptes noch geschwiegen hatte (wir berichteten). "Wir müssen bedauerlicherweise zur Kenntnis nehmen, dass außerhalb eines Verbotes für alle die gleichen Regeln gelten. Ich habe zum wiederholten Male gesagt, dass wir uns klar von rechtsextremistischen Gesinnungen distanzieren." Mit dem Hinweis auf das Projekt "Demokratieberater" verwies Danicke dann ausdrücklich auf ein Projekt der Deutschen Jugendfeuerwehr. Die Initiative unter dem Motto "Zusammenhalt durch Teilhabe" sei genau der richtige Weg zur Schulung von Fähigkeiten zur Konfliktlösung. "Und ich wäre kein Optimist, wenn ich nicht daran glauben würde, dass manche dadurch auch Andersdenkende werden. Was den Einzelnen anbelangt, wäre für mich eine Umkehr im Kopf das Wichtigste. Ein Abstandnehmen von seiner rechten Gesinnung und von diesem politischen Milieu."

Umrahmt wurde die Gedenkfeier von Neuntklässlerin Kim Schneider aus der Jeetze-schule. Sie spielte und sang das Stück "I will wait for you" von Mumford and Sons.

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