Ehrenamtlich tätig zu sein, gehört für Christa Rietzschel einfach zum Leben dazu. Für ihr soziales Engagement bekommt die Salzwedelerin den Blumenstrauß des Monats März.

Salzwedel l Christa Rietzschel ist eine Institution in der Hansestadt. Nicht nur während ihrer jahrzehntelangen Tätigkeit als Gemeindeschwester ist sie über die Stadtgrenzen hinaus bekannt geworden, sondern auch wegen ihres Engagements für Obdachlose und sozial benachteiligte Menschen.

"Eigentlich habe ich mich schon immer für Schwächere eingesetzt. Ich kann es einfach nicht dulden, dass manche diese Menschen mit Füßen treten", erklärt die 76-Jährige. 1957 begann die gebürtige Hestedterin ihren Dienst als Krankenschwester in der Salzwedeler Klinik. Ab 1969 wurde sie als "fahrende Gemeindeschwester Christa" bekannt, denn ihre Dienstwege erledigte sie stets mit ihrer Schwalbe.

Ihr Beruf stellte sich schnell als Berufung heraus, setzte sie sich doch auch außerhalb ihrer Arbeitszeiten für obdachlose Menschen ein. "Man muss sich das nur mal vorstellen, da ist man vielleicht Anfang oder Mitte 30, und plötzlich steht man mit nichts auf der Straße. Da ist es doch selbstverständlich, dass ich helfe", berichtet Christa Rietzschel.

Und so versorgt sie die Obdachlosen in der Hansestadt mit Kleidung, Bettwäsche und elektrischen Geräten. "Christa Rietzschel begleitet ihre Schützlinge auch in der Zeit `danach`, damit der Weg in das selbstbestimmte Leben gelingt und nicht wieder im Obdachlosenheim endet", schreibt Mark Bluhm. Der Hansestädter hatte Christa Rietzschel für den Blumenstrauß des Monats vorgeschlagen.

Die Familie ist ihr Rückhalt

Rückschläge kennt die 76-Jährige nicht. "Wenn man besonnen und ruhig miteinander umgeht, kann man viel erreichen. Es ist ein Geben und Nehmen", so die Rentnerin. Besonders dankbar sei sie den Mitarbeitern der Stadtverwaltung, mit denen sie eine gute Kooperation pflege, und den unzähligen freiwilligen Spendern.

"Das alles kann man natürlich nur machen, wenn man eine starke Familie hinter sich hat. Diese Unterstützung ist nicht mit Geld zu bezahlen", erklärt die ehemalige CDU-Stadträtin, die noch heute als berufene Bürgerin im Sozialausschuss sitzt und auch den Jugendstadtrat aus der Taufe gehoben hat. "Menschen zu helfen, ist für mich das Schönste, denn zum Gutsein gehört kein Geld. So lange ich Kraft habe, mache ich weiter", sagt die zweifache Mutter und dreifache Oma.