Diesdorf (ap) l Die Straßenbauarbeiten vor der Alten Darre in Diesdorf liefern auch den Archäologen zahlreiche Anhaltspunkte, um intensiver in die Geschichte eintauchen zu können. "Als die Straße gebaut wurde, etwa Mitte des 19. Jahrhunderts, ist das Gebäude verkürzt worden", schilderte die Archäologin Antje Lehmann, die im Auftrag des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt vor Ort auf Spurensuche ist.

In der Tiefe, die für den Straßenbau benötigt werde, seien Spuren des Fundaments aufgetaucht, die aber relativ schlecht erhalten seien. "Wir konnten die Nord- und die Südmauer erfassen sowie eine Innenmauer", beschrieb Antje Lehmann. Auch Fußbodenpflaster sei entdeckt worden, für das rechteckige Ziegelsteine verwendet worden seien.

Die einstige Ausdehnung der Alten Darre konnte noch nicht genau ergründet werden, sagte die Archäologin. Sie gehe davon aus, dass das Gebäude bis auf die gegenüberliegende Wiese reichte.

Steine des einstigen Gebäudes seien wohl zum Bau der angrenzenden Mauer verwendet werden. "Das werden wir von beiden Seiten genau dokumentieren", schilderte sie.

Interessant für die Archäologen sei auch der Fund von Bauhölzern, die wahrscheinlich von der Alten Darre stammen. Über die Jahresringe-Bestimmung soll deren Alter ermittelt werden.

Antje Lehmann rechnet damit, dass die Arbeiten der Archäologen in Diesdorf noch bis in den Sommer dauern werden. Denn Knochenmaterial müsse noch gereinigt und getrocknet, die Grabungserkenntnisse digitalisiert werden. "Einen Großteil der Arbeiten schaffen wir sonst in der Winterpause. Aber diese dauerte diesmal aufgrund des Wetters gerade mal sechs Tage. Da haben wir nicht so viel abarbeiten können", erklärte sie.