20 von 30 jungen Ebereschen am alten Schernikauer Bahndamm sind geköpft worden. Der Naturerbeverein Vissum erstattet Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei. Für die Aufspürung der Täter lobt der Vorstand 100 Euro aus.

Schernikau l Fassungslos registrierten Vorsitzender Ulf Müller und sein Vize Uwe Hundt vom Naturerbeverein Vissum am Wochenende den Baumfrevel am alten Schernikauer Bahndamm. 20 der 30 angepflanzten jungen Ebereschen sind geköpft worden. "Aber nicht einfach abgebrochen, sondern die Stämme sind unterhalb der Kronen fein säuberlich abgesägt", beschreibt Uwe Hundt am Dienstagabend den Tatbestand. Die glatten Schnitte beweisen das.

Im Sommer haben Vereinsmitglieder die Bäumchen regelmäßig gegossen

Zur Trauer um den Verlust gesellen sich Wut und Empörung. Zu dem Ortstermin war auch die Polizei erwartet worden. "Die Beamten haben abgesagt", so Hundt enttäuscht. Die Anzeige sei aber aufgenommen. "Anzeige leider gegen Unbekannt, da wir nicht wissen, wer es getan hat", meinte er. Die Frage sei, wer dem Verein schaden wolle. "Aber der Täter schadet ja nicht nur uns, sondern der Natur."

Um den alten Bahndamm zu begrünen und dem Wachstum auf die Sprünge zu helfen, hatte der Verein 2012 die Pflanzung vorgenommen. "Die Bäumchen stammen vom Landtagsabgeordneten Jürgen Stadelmann, der sie von seinem Hochzeitsgeschenkegeld kaufte und spendete", erinnerte sich Hundt.

Sorgsam gepflanzt und mit Lederbändern an den Holzpfählen befestigt, um Halt zu haben, seien die jungen Ebereschen gehegt und gepflegt worden. "Im Sommer haben Vereinsmitglieder sie regelmäßig gegossen", so Hundt. So sei es auch bei den anderen rund 300 Bäumen der Fall, die der Verein in den letzten Jahren an den Alleen von Vissum, Kassuhn und Schernikau gepflanzt habe.

"Noch nie hat uns jemand derart einen Strich durch die Rechnung gemacht", schätzt er ein. Jetzt werde der Täter gesucht. "Wir selbst hatten bei unseren Recherchen keinen Erfolg", bekennt er - und hofft, dass die Polizei mehr erreicht.

Für Hinweise, die zur Überführung der Baumfrevler führen, will der Naturerbeverein 100 Euro ausloben.

Trotz des herben Verlustes werde der Verein aber weitermachen. Das Trafohäuschen in Kerkau werde als Brutstätte und Unterschlupf für Eulen und Fledermäuse gestaltet, der Naturlehrpfad einschließlich Dorfplatz in Kassuhn ausgebaut. Zugleich sind Ausgleichspflanzungen und die Schaffung von Brutplätzen für Eisvögel am Flötgraben geplant. Und die bestehenden Obstbaumalleen sind außerdem zu pflegen.