Die Salzwedeler Mönchskirche ist für Veronika Labes das interessanteste Gotteshaus der Stadt. Die 69-Jährige arbeitet seit 2003 als Gästeführerin.

Salzwedel l Durch ihre Freundin, die Stadtführerin Sigrid Scholz, kam Veronika Labes dazu, Gäste durch die Straßen der Hansestadt zu führen. "Nach der Pensionierung habe ich mir gedacht, dass es das noch nicht gewesen sein kann. Ich wollte etwas tun, um geistig fit zu bleiben", erinnert sich die Salzwedelerin. Auf diese Weise kann sie nicht nur die vielen schönen Seiten der Hansestadt präsentieren, sondern lernt auch immer wieder neue Menschen kennen. "Ich möchte die Gäste neugierig machen und sie dazu anregen, Fragen zu stellen. Jahreszahlen benutze ich dabei sehr sparsam, denn viele kann man sich in so kurzer Zeit sowieso nicht merken", sagt die Stadtführerin.

Eine kombinierte Bus- und Fußtour ist ihr besonders in Erinnerung geblieben: "Wir hatten einen Mann dabei, der bei den Grenztruppen auf dem Fliegerhorst stationiert war. Er wollte dort gern hin. So haben wir die Tour etwas umgeplant. Für ihn war es schlimm zu sehen, wie das Areal verkommt", so Veronika Labes. Besonders gern ist die 69-Jährige in der Nähe der Mönchskirche. Dieser Ort sei hervorragend dazu geeignet, um die Beziehung der Alt- und der Neustadt zu erklären. "Die Mönchskirche ist für mich wegen ihrer wechselvollen Geschichte das interessanteste Gotteshaus. 1986 wurde sie zur Konzert- und Ausstellungshalle umfunktioniert", erklärt Veronika Labes. In der Mönchskirche selbst nutzt sie gern das Modell der Hansestadt, um beispielsweise auf die vielen Brücken über Jeetze und Dumme hinzuweisen.

Neben der Arbeit als Stadtführerin engagiert sich die gelernte Stenotypistin, die bis 2002 als Arztsekretärin gearbeitet hat, bei der Volkstanzgruppe Deelenpetter. Außerdem ist sie die Vorsitzende der Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen und trifft sich wöchentlich mit ihrem Handarbeitszirkel.