Am 16. April ist Versteigerungstermin für Arend- sees Strandgaststätte. Für den Fall, dass die Stadt steigert und gewinnt, hat Stadtrat Thomas Schlicke ein Nutzungskonzept parat. Verpachtung heißt sein Zauberwort.

Arendsee l "Zum Abreißen finden wir das Objekt viel zu schade und noch zu gut erhalten", erklärte er gestern beim Pressetermin vor Ort. Deshalb habe seine Fraktion Die Linke zusammen mit der Partnerfraktion Arendsee-Land ein Nutzungskonzept erarbeitet, das verschiedene Varianten aufzeigt.

"Für den mittleren Bereich denken wir an den reinen Gastronomieteil, der an einen Gastwirt verpachtet werden sollte", schlägt er vor. Das sollte seiner Meinung nach nicht die Luftkurort Arendsee GmbH selbst sein, die damit überfordert wäre. "Aber eine Nutzungsregelung des Mieters mit der GmbH über Kaffeegarten und Strand wäre wichtig."

Wer Interesse habe, könne sich melden. "Etwa 4000 Euro Mieteinnahmen jährlich stellen wir uns vor", so Schlicke.

Den dritten Hausteil könne dagegen die GmbH selbst bewirtschaften. "Zum Beispiel als neuen Firmensitz", meint Schlicke. Wenn die Miete für das Haus des Gastes wegfalle, würden allein schon 7200 Euro im Jahr eingespart.

Und für den ersten Hausteil gebe es sogar schon eine schriftliche Absichtserklärung eines privaten Imbissbetreibers, wieder einzuziehen und ein entsprechendes Angebot für die Badegäste vorzuhalten.

"Alles zusammen könnte 15 200 Euro an Einnahmen bringen, was hochgerechnet auf mehrere Jahre die Investition in den Erwerb rechtfertigen würde", ist Schlicke sicher.

Die anderen Möglichkeiten der Verwendung seien der Weiterverkauf des Gebäudes, die Bewirtschaftung durch die GmbH oder die Verpachtung des Komplexes.

"Die zuerst genannte Variante ist die realistischste", schätzt er ein. Er hoffe, dass der Versteigerungstermin nicht ohne die Stadt über die Bühne gehe. "Die Sicherung der Finanzierung haben wir dargelegt - aus Abschreibungszahlungen, die der GmbH vom Eigenbetriebskonto zur Verfügung stehen", wiederholte er frühere Aussagen.

"Im Konzept des GmbH-Geschäftsführers Michael Meyers ist die Strandgaststätte eine feste Größe", meint Schlicke. Es ist die Rede von Integrierung von Tourist-Information, Büros und weiteren Personalräumen. Nach Meyers Vorstellungen sollen auf dem Gaststättenhof Maschinenpark und Wirtschaftshof etabliert werden.

Meyer selbst will sich zu diesen Ideen nicht äußern. Er richte sich nach der Entscheidung von Stadtrat und Bürgermeister.

Zwischen beiden Parteien herrscht Uneinigkeit. Nach dem erneuten Mehrheitsbeschluss zum Erwerb des Hauses im Rat prüft derzeit das Stadtoberhaupt, ob er an dem Widerspruch festhält.

Tut er das, liegt das letzte Urteil bei der Kommunalaufsicht. Ob der gordische Knoten jedoch bis zum 16. April durchschlagen ist, bleibt abzuwarten.