Über dem Neubau der Wallstawer Kindertagesstätte hängt seit gestern die Richtkrone. Noch in diesem Jahr wollen 30 Kinder sowie ihre Erzieherinnen ihr neues Domizil beziehen.

Wallstawe l "Im rechten Winkel und im Schlot stehen Mauer, Balken, Wand und Lot": Zimmermann Sascha Kramer aus Jübar ist, was traditionelle Sprüche zum Richtfest angeht, ein Profi. Zirka 400 Mal habe er bereits auf diese Weise einem Bauwerk eine gute Zukunft gewünscht, schätzte er gestern beim Richtfest für die Kita Wallstawe vorsichtig ein. Seinen mehrstrophigen Richtspruch habe er von seinem Vater Helmut übernommen. Natürlich könne er ihn inzwischen auswendig aufsagen. Für alle Fälle habe er jedoch immer einen Spickzettel mit den Anfängen der jeweiligen Strophen in der Tasche, verriet er.

Bevor Sascha Kramer gestern auf dem Baugerüst seinen Auftritt hatte, sahen sich Mitglieder des Verbands- und des Gemeinderates und natürlich die künftigen kleinen Bewohner in den bisher im Rohbau fertigen Räumen um. "Das ist wohl die Anmeldung?", erkundigten sich die Steppkes neugierig bei Kita-Leiterin Roxana Selzer angesichts einer etwa knapp einen Meter hohen Mauer in dem Bereich, der bald die Cafeteria aufnehmen soll. Was auf den ersten Blick wie der Tresen einer Rezeption aussieht, soll künftig eine halboffene Küche werden, erklärte die Kita-Leiterin.

Natürlich hatten sie in den zurückliegenden Wochen der Baustelle immer wieder einen Besuch abgestattet, wichtige Etappen fotografiert und noch den einen oder anderen Wunsch geäußert. "Sie wollten unter anderem einen speziellen Raum zum Toben haben", so Roxana Selzer lächelnd.

Noch in diesem Jahr sollen die etwa 30 Jungen und Mädchen im Krippen- und Kindergartenalter ihre neue Kita beziehen. "Das Umfeld ist ideal, das war hier schließlich schon immer ein Platz für Kinder", sagte Verbandsgemeindebürgermeisterin Christiane Lüdemann. Die neue Kita entstand am Standort der einstigen Schule. Christiane Lüdemann verwies auf die Nähe zur Turnhalle und zum Dorfgemeinschaftshaus, gleich daneben befinde sich der Spielplatz. Zudem handele es sich bei der vorbeiführenden Straße um eine verkehrsberuhigte Zone.

Die Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf investiert in diesen Neubau etwa 1,2 Millionen Euro. "Die Wallstawer Kita ist wirklich die marodeste von allen", bekräftigte Christiane Lüdemann gestern noch einmal die Notwendigkeit.

Sorgten die Mehrkosten für die Kita während der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates noch für Diskussionen (die Volksstimme berichtete), sahen sich die Kommunalpolitiker gestern mit großem Interesse die künftigen Gruppen-, Sanitär- und Schlafräume an. "Sieht doch schon gut aus, kann man fast schon so lassen", stellte Diesdorfs Bürgermeister Fritz Kloß augenzwinkernd fest.

 

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