Ein Ex-VW-Vorstandsvorsitzender, der aus dem Nähkästchen plaudert, Musik, liebevoll erhaltene Zwei- und Vierräder: Die Mischung kam bei den Hohengrieben-Besuchern erneut an.

Hohengrieben l "Es wird langsam eng mit den Parkplätzen", gab Daniel Schulz gestern Vormittag zu. Der Hohengriebener war mit für das Einweisen der Besucher auf dem Parkplatz am Ortseingang aus Richtung Groß Bierstedt verantwortlich. Die heranrollenden Autos nahmen kein Ende. Aber auch Oldtimer strömten weiterhin unaufhörlich in den Ort. Mit etwas gutem Willen fanden sie noch einen Platz unter den Pyramideneichen, die sich diesmal mit ihrem grünen Kleid präsentierten.

Die "Lustigen Straßenmusikanten" aus Dähre sorgten für gute Unterhaltung. Hunderte Besucher schauten sich die liebevoll aufgemöbelten Fahrzeuge gern an, fachsimpelten mit den Eigentümern. André Prang aus Bornsen war als einziger mit einem Bagger vor Ort. "Dieser wurde 1972 in Rumänien gebaut", erzählte er und fügte hinzu, dass er neue Menschen kennengelernt habe, die sich auch für alte Technik begeistern. "Wir werden am zweiten Augustwochenende zu einer Ausstellung nach Bergen/Dumme fahren", ergänzte André Prang, der mit Gleichgesinnten in Bornsen ein Oldtimertreffen organisiert.

Das dreitägige Fest begann bereits am Freitagabend. Im vollen Festzelt lauschten die Besucher einem Vortrag von Carl Hahn. Der heute 87-Jährige war von 1982 bis 1993 Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG und plauderte aus dem Nähkästchen. "Der gesamte Wohlstand in Deutschland wird heute von der Automobilindustrie bestimmt. Das ist gefährlich. Das Tempo in der Elektronikentwicklung ist so groß, dass wir nicht mehr mitkommen", schilderte er, ging aber auch auf die automobile Tradition ein, die von der Auto Union zu Volkswagen führte. Der Überzeugungskraft des Hohengriebeners Tino Fuhrmann war es zu verdanken, dass Carl Hahn die Einladung annahm, obwohl zeitgleich im Kunstmuseum Wolfsburg, das durch die Initiative des Gastes entstand, eine Ausstellung eröffnet wurde. Der 87-Jährige zeigte sich beeindruckt von der Architektur der Häuser in Hohengrieben und vom besonderen Schatz: die 200 Jahre alten Pyramidenbäume, die die Straße säumen. "Hier ist es wie eine Oase", stellte Carl Hahn fest. Ausgiebig getanzt wurde nicht nur am Freitag, sondern auch am Sonnabend.

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Hohengrieben - kleines Dorf, großes Fest

Hohengrieben (ap). Der 45. Zelttanz und das 10. Oldtimertreffen lockte Hunderte Besucher nach Hohengrieben. Am Freitagabend lauschten die Gäste einem kurzweiligen Vortrag von Ex-VW-Vorstandschef Carl Hahn, genossen Pellkartoffeln und tanzten ausgiebig. Am Sonntag waren zwei- und vierrädrige Schätze, vom motorisierten Fahrrad bis zum Laster, zu bestaunen. Der Platz unter den Eichen reichte kaum aus.

Zelttanz in Hohengrieben

Hohengrieben. Mit Scheres Crew auf der Bühne machten die Besucher des Zelttanzes in Hohengrieben die Nacht zum Tag.