Das Salzwedeler Jahngymnasium kann künftig Bildungs- und Kulturprojekte der Einrichtung fördern. Möglich wird das durch das Engagement eines einstigen Schülers.

Salzwedel l Rainer Aschmann hat Grund zur Freude. In den nächsten Tagen wird der Schulleiter des Salzwedeler Gymnasiums Post vom Landesverwaltungsamt erhalten. Inhalt: eine Urkunde über die Anerkennung der Gründung der "Rudolf-Fehse-Stiftung" für seine Schule. Durch sie dürfte künftig manches Projekt am Gymnasium eine komfortable finanzielle Grundlage erhalten. Denn Stiftungsgründer Rudolf Fehse hat eigens für diesen Zweck einen Kapitalstock im sechsstelligen Bereich zur Verfügung gestellt.

Doch wer ist der Mann hinter der Stiftung? Rudolf Fehse, gebürtig aus Bandau bei Beetzendorf, war zwischen 1935 und 1941 Schüler am Jahngymnasium, erzählt Rainer Aschmann. Seit Jahren gehört der inzwischen 88-Jährige der Vereinigung der Ehemaligen der Einrichtung an. Gemeinsam mit seinem Schulfreund Günter Schulze sei der Rentner vor drei Jahren auf die Idee gekommen, seiner Heimatschule eine eigene Stiftung zu widmen.

Bis zur Umsetzung mussten die Beteiligten allerdings einen langen Weg zurücklegen. Offene Fragen zu den Zielen und zur Struktur der Stiftung waren zu klären. Erst im März reisten Aschmann und Erhard Prehm, Vorsitzender des Schulfördervereins, noch einmal zu einem Gespräch mit Fehse an dessen heutigen Wohnsitz nach Forst bei Karlsruhe. Als Ergebnis steht ein auf die Schule ausgerichteter, zugleich aber weitgehend offen gehaltener Stiftungszweck. "Dafür sind wir sehr dankbar", sagt Aschmann. Auch die Struktur der Stiftung steht bereits fest. So erhält sie einen Vorstand und einen Stiftungsrat. Ihren Sitz wird sie in Salzwedel haben.

Rudolf Fehse hätte allen Grund gehabt, seiner Heimat den Rücken zu kehren.

Rainer Aschmann empfindet neben der Dankbarkeit für die finanzielle Unterstützung vor allem Hochachtung vor die Initiative Fehses. Nachdem sein Vater 1945 von den Sowjets verschleppt worden war und in Gefangenschaft starb, und die DDR die Familie später außerdem enteignete, hätte dieser allen Grund gehabt, seiner Heimat den Rücken zu kehren. "Doch er unterscheidet", sagt Aschmann. - Vielleicht auch, weil er selbst erlebt hat, wie wichtig Unterstützung im Leben sein kann.

Von der Unterstützung des Gründers werden nun die Schüler des Gymnasiums profitieren. Welche Projekte dabei infrage kommen, sei noch offen, sagt Aschmann. Er könne sich aber vorstellen, dass Reisen wie die von Zwölftklässler Julian Heide im vergangenen Jahr zur Russischolympiade nach Moskau künftig bezuschusst werden.