Manche Orte lassen zu Pfingsten bewährte Traditionen aufleben. In Seeben ziehen die Eierschnorrer durch das Dorf. Dieses Mal stellten sie einen neuen Rekord auf.

Seeben l Der Kontrast hätte unterschiedlicher nicht sein können. Während es vergangenes Jahr wie aus Eimern schüttete und die Seebener mit ihrem Pfingstfest improvisieren mussten, schwitzten sie am Pfingstwochenende bei über 30 Grad Celsius. Sogar im Festzelt, das die örtliche Feuerwehr am Freitag innerhalb von zwei Stunden aufgebaut hatte, war es kaum auszuhalten. Also suchten sich viele Besucher am Sonnabend ein schattiges Plätzchen am Spielfeldrand, um das Volleyballturnier zu verfolgen.

Fünf Mannschaften aus den umliegenden Ortschaften zu je sechs Spielern hatten sich angemeldet: Die Unbespielbaren, Feuerwehr Henningen, Seebener Jugend, Brietzer Jungs sowie Feuerwehr Rockenthin. Jeweils zwölf Minuten hatte jedes Team zu spielen und musste dabei gegen alle Teams antreten. Am Ende gewann die Feuerwehr Henningen und konnte so die Titelverteidiger von Die Unbespielbaren um den Wanderpokal erleichtern.

Die Kameraden der Feuerwehr, Matthias Gruß, Frank Müller, Werner Hensel, Tobias Busse und Ralf Menzel, kümmerten sich um das gebackene Schwein, das sie aus Osterwohle besorgt hatten. Menzel hatte zu Hause wieder seinen gemauerten Steinbackofen zur Verfügung gestellt, in dem die Frauen des Ortes am Vortag ihre Kuchen für das Büfett gebacken hatten. Schere`s Crew sorgte mit Blasmusik und Band für die musikalische Unterhaltung am Nachmittag und am Abend. Die Sportgruppe des TSV Jahn hatte sich ein lustiges Programm ausgedacht.

Der Pfingstsonntag startete noch heißer. Trotz sengender Hitze zogen die Eierschnorrer ab mittags lautstark durch das Dorf, um neben alkoholischen Getränken vor allem Zutaten für die große, gemeinsame Eierschnorrermahlzeit zu sammeln. Unterstützung erhielten sie dabei von Jürgen Sehlke und seiner Frau Angelika, die seit 13 Jahren mit ihrem Pferdegespann den Zug anführen. So lange sind auch ihre Pferde Neptun und Mydant (beide 16 Jahre alt) mit dabei. Dieses Jahr nahm auch ihr fünfjähriger Engel Fabian Luca Lieder auf der Kutsche Platz, der das bunte Treiben gespannt verfolgte.

Hartmut Menzel als Anführer im Frack klingelte an jeder Haustür und füllte die Körbe der Kiepenträger. In diesem Jahr hatten sich für diese Aufgabe Christoph Machholz und Felix Hensel gemeldet. Der Einsatz hat sich gelohnt. Die Eierschnorrer sammelten 918 Eier ein und brachen damit ihren Rekord von 2009 (808 Eier). Die Ausbeute wurde gleich darauf im Festzelt von den Frauen verarbeitet und gebraten mit Speck den Gästen serviert.

Das Pfingstfest wird seit 40 Jahren von der Seebener Feuerwehr auf die Beine gestellt. Um die Veranstaltung zu organisieren, sind die Kameraden immer wieder auf Spenden angewiesen. Und die Eierschnorrer halfen auch dieses Mal wieder mit dabei. In der Hutkasse fanden sich am Ende 200 Euro ein.

   

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Pfingstfest in Seeben

Seeben. Jedes Jahr zu Pfingsten geht es im Salzwedeler Ortsteil Seeben rund. So auch dieses Jahr. Das Fest begann am Sonnabend mit dem Volleyballturnier der umliegenden Ortschaften. Am Sonntag zogen die Eierschnorrer durch das Dorf. An beiden Tagen gab es ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm, organisiert von der Seebener Feuerwehr.