Die Katharinenkirche soll künftig ein dauerhafter Ort der Erinnerung an die friedliche Revolution in Salzwedel werden. Für eine Tafel am Westchor bitten die Initiatoren um Spenden.

Salzwedel l "Der Mauerfall war das deutsch-deutsche Ereignis. Die friedliche Revolution war dagegen ein singulär ostdeutsches Ereignis, das die Menschen im Westen Deutschlands im Fernsehen verfolgten", sagt Joachim Hoffmann, vor 25 Jahren Pfarrer der Salzwedeler Katharinenkirche. Gemeinsam mit Frieder Oßwald und Heinz-Dietrich Krüger sieht er die Gefahr, dass die Ereignisse vor dem 9. November im Vergessenheit geraten. Der Herbst 1989 sei einmalig gewesen: Bürger, die friedlich gegen das damalige System protestierten und damit erfolgreich waren, Bürger, die am 26. Oktober 1989 in der Katharinenkirche ihre Angst überwanden, während nur wenige Meter entfernt die Kampfgruppen im Birkenwäldchen standen.

"Der Mauerfall ist nicht denkbar ohne diese Ereignisse", sagt Joachim Hoffmann. Deshalb solle in diesem Jahr am Sonntag, 26. Oktober, nicht nur an die Ereignisse vor 25 Jahren erinnert werden. Vielmehr solle die Katharinenkirche selbst zu einem Ort der Erinnerung werden. Dazu soll an 26. Oktober eine Bronzetafel etwa im DIN A2-Format an dem Gotteshaus angebracht werden. Auf ihr werden in großen Buchstaben die Worte "Was wollen wir jetzt ..." und in kleineren Buchstaben "Zur Erinnerung an die friedliche Revolution im Herbst 1989, die in Salzwedel von dieser Kirche ausging" zu lesen sein. Der Salzwedeler Künstler Hartmut Rompel hat den Auftrag erhalten, die Tafel zu gestalten. Für die Finanzierung bitten die Initiatoren, die Mitglieder des damaligen Neuen Forums, zu denen auch Sabine Spangenberg, Olaf Meining und Uta Thiel gehören, um Spenden (siehe Bankverbindung am Textende).

Des Weiteren sollen dann im Westvorbau Dokumente ausgestellt werden, die an diesen Tag erinnern.

Nach einem kurzen Gebet sollen dann wie damals Kerzen hinausgetragen und um die Kirche aufgestellt werden. Dann soll die Tafel enthüllt und gemeinsam mit der Bürgerini-tiative Pro Baum ein Baum gepflanzt werden. Nach einer Ansprache von Joachim Hoffmann sind dann Begegnungen bei Kaffee und Tee vorgesehen.

Bei Frieder Oßwald, Heinz-Dietrich Krüger und Joachim Hoffmann hat sich jener 26. Oktober 1989 unauslöschlich eingeprägt. "Es hat ja vorher auch Gespräche gegeben", erinnert sich Heinz-Dietrich Krüger. Sonst habe man zusammen Bratwurst gegessen, an diesem Abend ging der eine in die Kirche und der andere zu den Kampfgruppen. Aber Krüger weiß noch ganz genau, trotz anfänglicher Angst: "Ich fühlte mich an diesem Tag so toll wie nie zuvor."

"Die Kirche war an diesen Tag so voll wie noch nie zuvor und auch hinterher nicht wieder", fügt Joachim Hoffmann mit leichtem Schmunzeln hinzu.

Spenden für die Bronzetafel sind unter nachfolgender Bankverbindung möglich: Zahlungsempfänger Kreiskirchenamt Salzwedel, Sparkasse Altmark West, IBAN: DE78810555553000004512; BICNOLADE21SAW, Verwendungszweck: Katharinenkirche Bronzetafel. Die Gedenkfeier am Sonntag, 26. Oktober, beginnt um 16 Uhr in der Katharinenkirche.