Arendsee l Mittwochabend im Arendseer Jugendklub an der Osterburger Straße: Rund 15Frauen und Männer drängten sich in dem kleinen Raum mit dem großen Billardtisch in der Mitte. Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses des Altmarkkreises Salzwedel um Vorsitzende Rosemarie Landorff nutzten ihre letzte Sitzung in der auslaufenden Wahlperiode zu einem Besuch der Begegnungsstätte für Jugendliche der Einheitsgemeinde Arendsee. Sie schauten Marvin Becker 14) aus Ladekath und Eileen Koepke (15) aus Aulosen beim Billardspiel zu. Sie sind regelmäßige Gäste und werden diesmal anschließend von Zugendklubleiter Rico Prohl nach Hause gefahren.

Denn ein Bus fährt abends nicht in ihre Richtungen. Die fehlende Busanbindung in die Dörfer sei auch eines der Probleme, an denen die Besucheresonanz im Klub kranke, erklärte Prohl. Der Sozialpädagoge leitet die Einrichtung seit 2013. Mit dem 2014 aufgelegten Anti-Aggressions-Training zusammen mit der Sozialarbeiterin Janine Gyhra von der Sekundarschule habe sich die Anzahl der Gäste erhöht.

Ebenfalls eine positive Resonanz habe es auf das Angebot des Nachhilfeunterrichts gegegeb, so Prohl. Allerdings fehle ihm die Kraft der beiden Bürgerarbeiterinnen, die leider seit April nicht mehr im Einsatz seien. Allein sei die Arbeit kaum zu bewältigen.

Der Aufforderung von Rosemarie Landorff an Unterausschusschef Thomas Koberstein vom Verein zur Förderung der beruflichen Bildung, dem Klubträger, zur Schaffung einer weiteren Stelle, erwidert dieser: "Das ist nicht unser Part." Der VfB habe die Pädagogenstelle geschaffen mit Hilfe des Fachkräfteprogramms, das sich jährlich auf Antrag verlängere. "Die Fortsetzung steht auf der Kippe", machte er deutlich.

Wenn mehr Betreuung gewollt sei, müsse sich die Kommune stark machen, wandte Ausschussmitglied Lutz Franke ein. Er kritisierte die beengten Räumlichkeiten und die Ausstattung des Klubs. "Wenn sie die Jugendlichen hier halten will, muss sie den Klub besser stellen", forderte er und erntete Zustimmung vieler Ausschussmitglieder. "Die öffentliche Toilette am Markt macht einen attraktiveren Eindruck als der Jugendklub", betonte er.

Der abgelegene Standort wurde ebenfalls bemängelt. Allerdings sehe auch er keine anderen Möglichkeiten, als das Beste aus dem Zustand zu machen, meinte Rico Prohl. Rosemarie Landorff räumte Standort- und Ausstattungsprobleme ein. Auch die Verständigungsschwierigkeiten mit den Anwohnern kenne sie. "Aber immerhin haben wir mit der Klubgründung vor zwei Jahren einen weißen Fleck im Altmarkkreis Salzwedel in Sachen Jugendfreizeit eliminiert", hob sie hervor. Daran habe die Stadt großen Anteil.