Der neue Leppiner Ortschaftsrat stürzt sich nach seiner Konstituierung in die Arbeit. Baumnachpflanzungen, Bankettsanierung an der B 190 und der Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner stehen im Mittelpunkt.

Leppin l "Es ist ein beängstigender Blick in die Natur - der Eichenprozessionsspinner frisst die Bäume kahl und wir fürchten um unsere Gesundheit", schilderte Leppins Ortsbürgermeisterin Renate Benecke am Montagabend die Situation. Der Schaden sei hoch. "Deshalb sollten wir unbedingt die Stadtratsresolution an Kreis und Land unterstützen", sagte sie. Gefordert seien konzentrierte und effektive Maßnahmen gegen den Schädling.

Das sah auch der neue Ortschaftsrat so. "Es gibt keinerlei Konzept bei der Bekämpfung", kritisierte Frank Krüger aus Zehren. Gerade in seinem Ort wüte der Eichenprozessionsspinner - Zufahrtsstraße und Gärten seien in Mitleidenschaft gezogen. "Aber auch einzeln stehende Eichen außerhalb sind betroffen", wusste er.

Maßnahmen müssten zentral gesteuert erfolgen. "Vielleicht sollten die Verantwortlichen im Altmarkkreis Salzwedel das Konzept vom Landkreis Stendal zu Rate ziehen", empfahl er.

Jedenfalls nützten Einzelmaßnahmen gar nichts. "Das sind alles nur Tropfen auf den heißen Stein", schätzte sein Ratskollege Burghard Abel ein. Er wisse, dass im Forstamt Nordöstliche Altmark ein Schadensbericht samt Schadenskarte über die betroffenen Gebiete erstellt werde. "Die könnte Grundlage für ein gezieltes Vorgehen sein, aber erst im nächsten Jahr", machte er deutlich.

"Aber wir müssen Druck machen, dass tatsächlich etwas passiert, bevor das erste Kind ernsthaft an den Folgen des Schädlingsbefalls erkrankt", betonte Renate Benecke. Das fand Zustimmung. Besonders Doreen Schley aus Harpe war dafür, denn sie habe den Kontakt mit den Brennhaaren der Raupe am eigenen Leib zu spüren bekommen und wisse, wie es gerade Kindern damit gehe. "Und während des Fluteinsatzes vor einem Jahr musste bei Wanzer (Kreis Stendal) das Sandsäckestapeln unterbrochen werden, weil befallene Eichen erst gefällt werden mussten", berichtete sie. Die Feuerwehrleute und Freiwilligen im Einsatz hatten insektenstichähnlichen Hautausschlag. "Denn bereits vor drei Jahren gab es den Spinner, der jetzt auf dem Vormarsch ist", fügte sie hinzu.

Vor der Debatte hatte die Ortschefin ihre Räte verpflichtet: Doreen Schley, Frank Krüger als Neulinge, Gisela Oltersdorf und Burghard Abel als "alte Hasen". Zu denen gehört auch Otto Benecke, der an dem Abend wegen dringender Arbeiten entschuldigt war. Abel wurde erneut zum stellvertretenden Ortsbürgermeister gewählt.

Weitere Themen der Sitzung waren die notwendigen Nachpflanzungen für eingegangene Bäume am Zehrener Weg und einen von der Straßenmeisterei abgefrästen Bankettstreifen an der Ortsdurchfahrt der B 190.