Die Anwohner der Dorfstraße in Bonese saßen am Mittwoch wieder einmal ohne Trinkwasser da. Die Leitung in diesem Bereich ist bereits zum siebten Mal in diesem Jahr geplatzt. Der Wasserverband bemüht sich um eine schnelle Erneuerung.

Bonese l "Die Leitungen stammen aus DDR-Zeiten und scheinen sehr porös zu sein", erzählte der Boneser Lukas Jirjahlk im Gespräch mit der Volksstimme. Die dauernden Rohrbrüche würden nerven. Es seien immer andere Stellen betroffen, allerdings in der gleichen Straße. "Einmal ging ein Rohr an einem Freitag kaputt. Da wurde am Wochenende repariert. Dabei kam es zu zwei weiteren Rohrbrüchen, als das Wasser mit Druck wieder langsam hineinströmte", schilderte er.

Er persönlich könne sich mit der Situation irgendwie arrangieren, weil er tagsüber arbeiten sei. "Aber ich finde es für die Älteren oder Leute mit kleinen Kindern sehr schwierig, wenn sie kein Wasser zum Waschen, für die Toilette oder zum Kochen haben", merkte der Boneser an.

Als problematisch sehe er auch den Hinweis von Arbeitern vor Ort, die zu Einwohnern gesagt hätten, dass diese mit dem Auto nicht von ihren Grundstücken fahren könnten, weil der Gehweg unterspült sei. "Das versteht kein Arbeitgeber, wenn man sich mit der Begründung abmeldet, dass man nicht zum Job kommt, weil die Überfahrt nicht möglich ist", sagte er und fügte süffisant hinzu: "Wir sind froh, dass wir eine glatte Asphaltstraße haben. Aber sie wird immer mehr zum Flickenteppich."

Lukas Jirjahlk wünscht sich, dass der Wasserverband rasch aktiv werde, damit die Flickerei bald ein Ende habe.

Jens Schütte, Geschäftsführer des Verbandes Kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung (VKWA), bestätigte, dass es seit dem Jahreswechsel in Bonese verstärkt Schäden an der Trinkwasserleitung gegeben habe. "Das ist der siebte Rohrbruch", berichtete er. Als Bereitschaftsdienst erhielt er die Information über den erneuten Leitungsbruch am Mittwoch um 4.45 Uhr als Erster. In der Erde würden Asbest-Zement-Rohre liegen, die eigentlich noch nicht ihr Nutzungsalter erreicht hätten. "Sie sollten mindestens 50 Jahre halten", nannte er eine Zahl. Hin und wieder gebe es Probleme mit der Qualität des DDR-Produktes, schränkte er ein. Deshalb müsste über einen Austausch nachgedacht werden. "Wir müssen etwas tun, damit die Anwohner wieder vernünftig mit Trinkwasser versorgt werden", sagte Schütte. Die in diesem Jahr zur Verfügung stehenden Gelder seien bereits verplant. "Aufgrund der Häufung werden wir uns bemühen, eine vorgesehene Maßnahme ins nächste Jahr zu verschieben und rasch in Bonese die Leitung zu erneuern. Wir hoffen, dass wir eine Einigung mit dem Kreis als Straßenbaulastträger finden", erklärte der Geschäftsführer. Der Aufwand in Bonese sei groß: Denn die Rohre würden im Straßenkörper und im Gehweg liegen.

Die Arbeiter vor Ort zeigten sich wenig optimistisch, dass es der letzte Einsatz in diesem Jahr an der Dorfstraße in Bonese sei. Sie sollten Recht behalten: Denn als sie das Teilstück repariert hatten und das Wasser wieder floss, sprudelte es erneut unweit der geflickten Stelle aus der Erde. An Feierabend war lange noch nicht zu denken.

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