Arendsee (hrä/me/ue) l Bis gestern war die Ursache für die Verseuchung des Trinkwassers mit coliformen Keimen/Eschericea coli in Arendsee und weiteren Orten, die vom Wasserwerk in Arendsee versorgt werden, nicht geklärt. "Ich rechne erst Ende der Woche mit den Befunden", erklärte Dr. Cornelia Schmidt vom Gesundheitsamt des Altmarkkreises Salzwedel auf Volksstimme-Nachfrage.

Am Dienstag waren nach der Probenentnahme und Kontrolle des Trinkwassers die Belastung festgestellt worden. "Anschließend waren große Einrichtungen wie Kindererholungszentrum, Kurklinik, das Eurocamp, Altenpflegeheim und die Kindereinrichtungen über die Keimbelastung informiert worden", sagte sie. Das Abkochen des Trinkwassers vor der Benutzung, auch zum Zähneputzen oder Salatwaschen sei ganz wichtig. Folgen des Nichtbefolgens dieser Anordnung können Infekte des Magen- und Darm-Traktes sein. "Aber nicht jede Durchfallerkrankung hat mit den Keimen zu tun", betonte sie.

"Wir hoffen, dass wir heute oder morgen mehr wissen."

Susanne Ahrens

Über die Quelle der Keime bestehe Unklarheit.

Allerdings waren bereits mehrfach die Colikeime im Arendseer Wasser aufgetaucht. 2005 hatten zum Beispiel Nacktschnecken für verseuchtes Wasser gesorgt. Sie waren in einem defekten Behälter des Arendseer Wasserwerks eingedrungen. Doch inzwischen waren die Anlagen des Wasserverbands Osterburg-Stednal umfangreich saniert und erneuert worden.

Susanne Ahrends vom Verband dazu: "Wir haben noch keine Ergebnisse der Analysen und auch keinen Verdacht. Es seien an verschiedenen Entnahmestellen, wie Brunnen, dem Reinwasserbereich und der Wasseraufbereitung Proben zur Untersuchnung entnommen worden. "Wir hoffen, dass wir heute oder morgen schon mehr wissen und Schlussfolgerungen ziehen können", so die Verbandsmitarbeiterin.

"Ein Eintritt der Keime ist auf diesem Weg nicht möglich."

Jens Schütte

Die Menschen rund um Arendsee sind indes nicht die einzigen, die derzeit in Sachsen-Anhalt ihr Trinkwasser abkochen müssen. Zu dieser Vorsichtsmaßnahme wurden auch die Bewohner der Harzorte Ilsenburg, Stapelburg und Abbenrode aufgefordert. Hier wird allerdings ein Zusammenhang mit den starken Regenfällen der vergangenen Tage nicht ausgeschlossen.

"Wenn man den aktuellen Stand der Technik berücksichtigt, ist ein Eintritt der coliformen Keime auf diesem Weg eigentlich nicht möglich", so Jens Schütte, Geschäftsführer des Salzwedeler Verbandes VKWA. Schließlich fehlen in der Altmark auch die Berge des Harzes oder Möglichkeit des Wasserbezuges aus Talsperren. Im Norden Sachsen-Anhalts werde für das Trinkwasser Grundwasser gefördert.

Für den Fall der Fälle habe der Wasserverband Gardelegen seine Wasserspeicher vor Starkregen geschützt und an sicheren Standorten im Wald eingerichtet, hieß es auf Volksstimme-Anfrage.