Eine Vision für Salzwedels Zukunft: Marktstände stehen auf dem Rathausturmplatz. Es duftet nach frischen Blumen. Tomaten glänzen im Sonnenlicht. Händler bieten frische Trauben zum Probieren an. Marktschreier, Trubel, Kunden - die Innenstadt wird so auf einen Schlag belebt.

Salzwedel l Ein attraktiver Wochenmarkt mitten in der Stadt, von dem nicht nur dessen Besucher, sondern auch die an- und umliegenden Einzelhändler profitieren? Ein Ort zum Schlendern, Einkaufen, Treffen, Unterhalten - in bislang Salzwedel Fehlanzeige. Leider.

Früher, als es noch keine Telefone gab, da erfüllte der Markt in einer Stadt mehrere Funktionen. Zum einen diente er als Platz, an dem Waren an einem zentralen Ort gehandelt wurden: Obst, Gemüse, Käse, Wurst, Fleisch, Fisch oder andere Lebensmittel. Zum anderen hatte der Markttag gleichzeitig die Funktion eines Treffpunktes für die Menschen der Stadt. Dabei tauschten sie Neuigkeiten, Wahrheiten, Gerüchte, Klatsch und Tratsch aus, kurz: Der Markt galt als ein Ort der Begegnung.

Und heute? Auf dem Salzwedeler Marktplatz verliert sich oft gerade mal ein Händler auf der unattraktiven, aber immerhin gepflasterten Fläche. Viele Versuche, den Markt neu zu beleben, sind gescheitert. Die Frage nach dem Warum bietet zahlreiche Antworten. Doch die Schuld für die Misere, den angeblich wenig flexiblen Händlern zuzuschieben, ist zu einfach und wird dem Problem nicht gerecht.

Denn Angebot und Attraktivität bestimmen die Nachfrage. Allerdings ist der jetzige Marktplatz vor dem Bürgercenter so prickelnd wie ein abgestandenes Glas Mineralwasser. Er bietet den Händlern nichts; das Ambiente und damit die Anziehungskraft lassen sehr zu wünschen übrig.

Ein Sahnestück mit 1a-Lage

Dabei verfügt die Hansestadt Salzwedel doch über ein echtes Sahnestück mit 1a-Lage: den Rathausturmplatz. Für ihn gibt es momentan nicht einmal ein Nutzungskonzept, so dass Stadtrat und Verwaltung in der Lage sind, problemlos über dessen Verwendung entscheiden zu können. Einen zentraleren und zugleich attraktiveren Standort für einen Wochenmarkt gibt es nicht.

Auch die Frage nach geeigneten Parkplätzen könnte rasch beantwortet werden. Denn dafür bietet sich der Marktplatz geradezu an. Dadurch erhielte er einen echten Nutzen, denn die meiste Zeit des Jahres steht er sowieso leer.

So könnte sich die Investition von einst 600000 Euro am Ende doch noch bezahlt machen - ein Gewinn für viele Einwohner. Schließlich klagen viele Einzelhändler über das mangelnde Parkplatzangebot im Zentrum. Kunden könnten ihr Auto aber auf einem Zwei-Stunden-Parkplatz vor dem Bürgercenter abstellen und nach dem Marktbesuch noch eben schnell Drogerie, Apotheke, Schuhgeschäfte oder die vielen Läden in der Burg- und Breiten Straße besuchen. Die Geschäftsleute würde es sicherlich freuen.

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