Diebe haben vergangene Woche in Jeetze das schmiedeeiserne Tor des Friedhofs gestohlen. Die Dorfbewohner hoffen auf Hinweise zum Verbleib aus der Bevölkerung, doch die Chancen sind gleich null.

Jeetze l "Das ist wirklich dreist", ärgert sich der Jeetzer Ortsbürgermeister Wilfried Krüger. Der Grund: Unbekannte Täter haben von Donnerstag auf Freitag das Eisentor am Friedhofseingang gestohlen. Der Schaden beläuft sich auf 1000 Euro. Es befand sich an der Seite des Geländes, das an die Sieper Straße grenzt.

Aufgefallen war der Diebstahl Günter Uhde aus Jeetze. Der 80-Jährige kümmert sich ehrenamtlich um den Friedhof, verteilt die Aufgaben für die Pflege des Areals und ist Ansprechpartner für die Anwohner, wenn es Fragen oder Probleme gibt. Er hatte den Schaden der Polizei gemeldet. Er bedauert den Verlust des Tores, dessen Alter er auf 100 Jahre schätzt. Es sei angebracht worden, als der Friedhof um die Jahrhundertwende auf dem Hügel hinter der Bockwindmühle angelegt wurde.

Das massive Eisentor war mehrmals aufgearbeitet und gestrichen worden, zuletzt hatte es einen schwarzen Anstrich erhalten. Günter Uhde hatte selbst Hand angelegt, damit das Tor in gutem Zustand bleibt. Auffällig waren die geschmiedeten Kreuze im unteren Bereich und auf den Zaunspitzen. Wiederum war es lediglich mit den Metallpfosten verschraubt, sodass die Diebe das Tor leicht abmontieren konnten. Abgeschlossen sei es nicht gewesen, berichtet er. Es wurde bislang nur durch einen Metallriegel verschlossen.

Günter Uhde vermutet, dass die Täter ihre Beute über den Hügelhang zum Transportfahrzeug tragen mussten, da man nicht direkt vor das Tor fahren kann. Verdächtige Spuren habe die Polizei aber nicht feststellen können.

Bisher seien noch keine Hinweise zum Verbleib des Tores eingegangen, berichtet Gerd Schönfeld, Sprecher des Polizeireviers Altmarkkreis Salzwedel. Bei solchen Vorfällen sei die Chance sehr gering, das Diebesgut wiederzufinden. Meistens würden die Metallgegenstände in ihre Einzelteile zerlegt und dann im Schrotthandel abgegeben oder weiterverkauft werden, sodass kaum erkennbar sei, ob es sich um Normalschrott oder um Diebesgut handelt.

Der Vorfall in Jeetze erinnert an den Diebstahl des eisernen Eingangstores auf dem Gelände der ehemaligen Sekundarschule in Brunau vor einigen Monaten. Dort hatten die Täter die Türen einfach aus der Verankerung gerissen und mitgenommen. Das Tor war nicht wieder aufgetaucht und Zeugen hatte es auch keine gegeben.

Günter Uhde hofft, dass das Friedhofstor irgendwann wieder auftaucht. "Vielleicht zeigen die Diebe ja Mitleid und stellen es uns über Nacht wieder hin", sagt er, wohl wissend, dass die Chance dafür eher gen Null tendiert.

Das Friedhofstor beschäftigte am Montag auch den Jeetzer Ortschaftsrat. Die Mitglieder müssen sich nun überlegen, ob ein neues Tor angeschafft werden muss. Für Günter Uhde ist der derzeitige Zustand keine Option. Er befürchtet, dass Wildtiere, die über den angrenzenden Wald auf das Areal gelangen, Schäden auf den Gräbern anrichten könnten.

Hinweise an die Polizei, Telefon 03909/72 40.