Solch eine gelungene Premiere wünscht sich wahrscheinlich jeder Schauspieler und Regisseur. Beim ersten Arendseer Filmfestival kamen am Sonnabend mehrere hundert Zuschauer ins Campingkino.

Arendsee l Bisher hatten Arendsee und das französische Cannes lediglich eine Gemeinsamkeit. Beide Städte liegen am Wasser. Doch am Sonnabend ist eine zweite dazugekommen. Denn genau wie Cannes hat Arendsee nun ein eigenes Filmfestival.

"Ich hätte nie gedacht, dass so viele Zuschauer kommen", freute sich Organisator Norman Schenk bereits vor der Aufführung des ersten von sechs Streifen, die in der Wertung waren, über die vielen besetzten Plätze im Campingkino. Der gebürtige Osterburger Schauspieler und Filmemacher Norman Schenk richtet seit 2011 in Arendsee das Jugendfilmcamp aus. In dessen Rahmen wurde in diesem Jahr das erste Arendseer Filmfestival auf die Beine gestellt.

Anfangs beteiligten sich ausschließlich Schauspielstudenten an dem Camp. Mittlerweile richtete sich das Angebot sowohl an Darsteller als auch an Kameraleute und Produzenten. Bisher waren mehr als 300 Jugendliche und junge Erwachsene bei dem Projekt dabei, das in mehreren Durchgängen jeweils eine Woche pro Durchlauf dauert. Beim diesjährigen Festival waren die Ergebnisse vom vergangenen Campjahr zu sehen. Und das, was die junge Leute abgeliefert haben, begeisterte Publikum und Jury gleichermaßen.

Die professionell produzierten Kurzfilme, die eine Länge von 7 bis 16 Minuten hatten, boten inhaltlich und emotional eine große Vielfalt. Beispielsweise handelte der erste Film "Muttivation" von einer Familie im Jahr 1986, der gleich drei Mal die Flucht in den Westen misslingt. Viel Gelächter im Kinosaal. Doch am Ende kommt heraus, dass der Vater die Flucht absichtlich sabotiert hat. Er hatte den Kindern erzählt, dass ihre Mutter in den Westen "rübergemacht" sei. Doch das stimmt nicht. Sie war tot.

Die Jury wählte "Muttivation" schlussendlich auf Platz 1. Zu den Juroren zählten unter anderem Schauspieler und Filmproduzent Jan Henrik Stahlberg und die Schauspielerin Claudia Schmutzler. Sie schwärmte bei der Preisverleihung ebenfalls in höchsten Tönen von dem Festival und gratulierte allen Teilnehmern zu ihren gelungenen Werken.

Die Gäste durfte ebenfalls einen Preis vergeben. Nach den Aufführungen stimmten die Besucher mit Tannenzapfen, die sie in die Urne des Films warfen, über ihren Favoriten ab. Und das Publikum teilte die Meinung der Jury und vergab seinen Preis ebenfalls an "Muttivation".

Für das kommende Jahr kündigte Norman Schenk bereits eine Neuauflage des Festivals an. Sein Ziel ist es, dass die Veranstaltung kontinuierlich wächst und irgendwann mehrere Tage andauert. "Das Festival soll ein Ort der Begegnung von Einheimischen und uns verrückten Filmemachern werden", wünscht sich der Organisator.

 

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