Sanierungen von Gebäuden und Flächen sind ein hartes Brot, weil sie meist mit ziemlich großem finanziellen Aufwand verbunden sind. Das gilt auch für die Fläche in der Altperverstraße 17. Das Hochbauamt des Kreises sucht nach Lösungen.

Salzwedel l Dass dringend etwas in der Altperverstraße 17 getan werden muss, zeigt das traurige Bild, das die Fläche momentan dem Betrachter bietet: mit Pflanzen zugewachsener Bauschutt, mit Brettern vernagelte Fenster sowie ein Turm, dessen beste Jahre schon lange vorbei sind.

"Der Landkreis hat sich Angebote zur Beräumung des Areals erstellen lassen", berichtet Kreis-Pressesprecherin Birgit Eurich. Herausgekommen sind Summen, die allerdings nicht so einfach zu finanzieren sind. Deshalb ist es möglich, dass die notwendigen Arbeiten öffentlich ausgeschrieben werden müssen.

"Das Hochbauamt arbeitet an einer Lösung." Das ist auch dringend notwendig, weil die Mauer zur Straße hin zusätzlich gesichert werden muss, um Unfälle zu vermeiden und mögliche Gefahren abzuwenden.

Eigentümer scheint Sanierung aussitzen zu wollen

Ärgerlich in diesem Zusammenhang: Eigentlich ist es Aufgabe des Eigentümers, sich um den "Salzwedeler Schandfleck", wie er im Volksmund inzwischen zu Recht genannt wird, zu kümmern.

Doch bei dem Besitzer handelt es sich um eine in Insolvenz gegangene Firma. Und der ist offensichtlich nur schwer beizukommen, sie scheint das Problem mit der Bauruine aussitzen zu wollen. Deshalb hatte das Bauordnungsamt des Landkreises das Haus im Zuge einer sogenannten Ersatzmaßnahme soweit abreißen lassen, dass davon keine Gefahr mehr ausgeht. Die Kosten dafür mussten mit Steuergeldern bezahlt werden. Bislang sind rund 62000 Euro aufgelaufen.

Doch das Areal hat schon bessere Zeiten gesehen. Laut Bauakte wurde noch bis mindestens 1956 im Haus Altperverstraße 17 eine Gastwirtschaft be- trieben. "Letzter Wirt der Gastwirtschaft "Zur Altstädter Braustube" war 1956 Herbert Hilse", berichtet Stadtarchivar Steffen Langusch. Die Bezeichnung "Zur Altstädter Braustube" kam erst nach 1945 auf, vorher hieß die Gastwirtschaft entweder "Meyersches Restaurant" (nach dem Eigentümer, so 1899 und 1908 in den Zeitungen) oder "Stoffregen" (nach dem langjährigen Wirt, dessen Witwe Margarete Stoffregen vom ersten "Nachkriegswirt" Wilhelm Treschewski im Jahr 1948 als "Vorgängerin" angegeben wird).

Wie viele andere Straßen unterlag auch die Altperverstraße einem Wandel im Laufe der Zeit. So schrieb Konditormeister, Stadtführer und Stadtchronist William Stappenbeck - er lebte von 1882 bis 1958 - um das Jahr 1948 herum: "Die Altperverstraße, im Westteil die Straße der Gerber und Färber, man könnte sie auch die der Schützenkönige und -Kronprinzen nennen, hat heute einen großen Teil ihrer Bedeutung als Hauptgeschäftsstraße an andere Straßen abgeben müssen.

Altperverstraße hat Rolle als Hauptgeschäftsstraße längst verloren

Wohl sind in ihr noch die ältesten und größten Geschäfte Salzwedels vertreten, doch hat die Altstadt heute nicht mehr das Privileg des alleinigen Handels, während die Neustadt in früheren Jahrhunderten mehr das Bild beschaulicher Ruhe bot. Infolge des Fehlens eines Altstädter Marktplatzes - die heutigen Marktplätze wie Mönchskirch-, Parade-, Schul- und St. Ilsenplatz sind erst später durch Abbruch von Gebäuden geschaffen - spielte sich der Markt auch auf den das Altstädter Rathaus umgebenden Straßen ab."

 

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