Fast 1500 Unterschriften hat die Bürgerinitiative (BI) "Erhalt der Schule Henningen" für ihr Ziel gesammelt. Am 29. September will sie diese dem Kreistag übergeben. Unterstützung erhält die BI aus Beetzendorf-Diesdorf.

Henningen l Anlass zur Entwarnung gibt es nicht. Dennoch hat sich die Stimmungslage unter den Initiatoren der Bürgerinitiative zum "Erhalt der Schule Henningen" seit dem letzten Treffen spürbar aufgehellt.

Gründe dafür gibt es laut Sprecher Volker Ahrends mehrere. So haben die BI-Mitglieder inzwischen 1455 Unterschriften für den Erhalt der Schule gesammelt und damit ihr vorläufiges Ziel von 1500 Namen fast erreicht. Die Listen wollen sie, verbunden mit einer Rede, während der Kreistagssitzung am 29. September den Verantwortlichen übergeben. Das Gremium beschließt die nächste Schulentwicklungsplanung und könnte eine vermittelnde Rolle zwischen Salzwedel und Beetzendorf-Diesdorf bei einer künftigen Änderung von Schuleinzugsbereichen spielen.

Nachdem die Henninger wegen des Verlustes von zehn Dörfern der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf aus ihrem Einzugsgebiet zuletzt noch sorgenvoll in die Zukunft blickten, gibt es auch von dort inzwischen hoffnungsvolle Signale. So haben Vertreter der BI am Mittwoch ein Gespräch mit VG-Bürgermeisterin Christiane Lüdemann und Vertretern des Gemeinderates geführt.

Beetzendorf will Erhalt der Grundschule Henningen

Ergebnis: Der Erhalt des Standorts Henningen ist nicht zuletzt wegen der Fahrtzeiten für Schüler und bestehender Kapazitätsgrenzen der Grundschule Diesdorf im Interesse der VG. "Mindestens bis 2019 schicken wir so viele Schüler, wie Henningen braucht, um Bestand zu haben", sagte Christiane Lüdemann am Donnerstag auf Nachfrage.

Einen weiteren Verbündeten haben die BI-Mitglieder offenbar in Landrat Michael Ziche gefunden. Bei einem Treffen am 21. August habe er erklärt, sich für den Erhalt der Schule einsetzen zu wollen, sagte Volker Ahrends. Eine spätere, korrigierende Änderung der Schuleinzugsbereiche in der Region sei dabei kein Tabu. Michael Ziche selbst war zum Thema gestern nicht zu erreichen.

Unterstützung erhofft sich die BI auch von einem noch ausstehenden Termin mit Salzwedels Oberbürgermeisterin Sabine Danicke. Auch sie hatte zuletzt aber betont: "Die Hansestadt möchte alle Schulen behalten."

Während die Henninger sich also bemühen, langfristig alles Notwendige zur Erfüllung der geltenden Landesvorgaben zu tun (siehe Infokasten), setzen sie zugleich auf einen Politikwechsel in Magdeburg. Um den Entscheidungsträgern die Lage der Schulen in dünn besiedelten Regionen klarzumachen, loten sie deshalb eine Einladung an Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) aus. Katrin Budde, SPD-Fraktionschefin im Landtag, hatte sich bereits im Juli dafür ausgesprochen, für mehr Landschulen die Mindestschülergrenze von 60 zuzulassen.