Mit einer Resolution wollen Ortschaftsrat und Ortsbürgermeister Herbert Schulze für den Erhalt des Bahnhofs Pretziers kämpfen.

Salzwedel l Mobil zu sein ist in der heutigen Zeit in vielen Bereichen des Lebens notwendig. Vor allem der Arbeitsmarkt nötigt Menschen zu größtmöglicher Flexibilität. Es ist heute im Gegensatz zu früher nicht mehr unbedingt üblich, 30 oder 40 Jahre in einem einzigen Betrieb beschäftigt zu sein.

Strukturschwache Gebiete wie der Altmarkkreis Salzwedel sind deshalb besonders darauf angewiesen, rasch und problemlos von A nach B zu kommen. Dies gelingt zum einen mit dem Individualverkehrsmittel Auto, zum anderen aber fällt in ländlichen Gegenden dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) eine entscheidende Rolle zu.

Das weiß auch Herbert Schulze, Ortsbürgermeister in Pretzier. Auf die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (Nasa) ist er momentan nicht gut zu sprechen, will diese doch den Bahnhof und damit die Haltestelle im größten Stadtteil Salzwedels dicht machen. "Doch was soll dann geschehen? Etliche Bürger nutzen den Zug, um zu ihrem Arbeitsplatz zu kommen", sagt Schulze.

Deshalb macht er sich Sorgen, denn falls der Zug wegfällt, sinkt die Attraktivität Pretziers.

Unterstützung aus Rathaus

"Das kann nicht sein, denn der Bus reicht nicht aus", ist Schulze überzeugt. Zudem befürchtet der CDU-Politiker, dass der eine oder andere Einwohner wegziehen könnte, um näher an seiner Arbeitsstelle zu sein. Erschwert würde durch den Wegfall des Haltepunktes Pretzier auch die Ansiedlung von Betrieben.

Deshalb hatte der Ortsbürgermeister in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschuss dessen Mitglieder um Unterstützung im Kampf um den Erhalt des Bahnhofes und damit für die Belange seines Stadtteils gebeten. Doch niemand ist darauf eingegangen. "Ich war schon enttäuscht, dass das einfach so hingenommen wurde", sagt Schulze auf Anfrage der Volksstimme.

Kommenden Mittwoch wird sich der Ortschaftsrat mit dem Thema befassen. Geplant ist, eine Resolution zu verabschieden, die an den Stadtrat über die Fraktionen gehen soll. Auch die hiesigen Landtagsabgeordneten werden Post bekommen.

Zurückhaltend positioniert sich Schulze auf die Frage, ob er das Gefühl habe, dass sich der Stadtrat der Hansestadt zu wenig um die Belange der Stadtteile kümmere: "Dazu will ich mich nicht offiziell äußern."

Für Salzwedels Oberbürgermeisterin Sabine Danicke steht außer Frage, dass "wir den Antrag unterstützen".

Der Haltepunkt in Pretzier sei auch wichtig mit Blick auf den Tourismus. Die Resolution wird, sobald sie vom Ortschaftsrat beschlossen wird, in die Ausschüsse kommen. "Ich bin überzeugt, dass den Antrag alle unterschreiben werden", sagte Danicke auf Anfrage der Volksstimme.