Salzwedel und Arendsee prüfen die gemeinsame Bewerbung um eine Landesgartenschau. Die Hoffnungen der Initiatoren, die Strahlkraft der Region zu erhöhen, sind nicht unbegründet. Billig wäre die Gartenschau aber nicht.

Salzwedel l Es klang eher wie eine Randnotiz, als Oberbürgermeisterin Sabine Danicke im jüngsten Stadtrat verkündete: "Bei mir im Haus wird derzeit untersucht, welche Erfolgsaussichten eine Bewerbung um die Ausrichtung einer Landesgartenschau mit Arendsee hätte."

Was so beiläufig formuliert wurde, hat offenbar bereits einen konkreten Hintergrund. Schon bei einem Treffen des Städtenetzes Altmark im Sommer sei die Idee geboren worden, berichtete gestern Arendsees Bürgermeister Norman Klebe auf Nachfrage.

Wie in Havelberg, nur eine Nummer kleiner

Dabei hätten er und Salzwedels Marketing-Amtsleiter Olaf Meining mit Vertretern aus Havelberg, Ausrichter der Bundesgartenschau 2015, gesprochen. Havelberg veranstalte mit fünf weiteren Orten der Havelregion eine Schau in der Fläche. "Der Ansatz ist, das Ganze eine Nummer kleiner so ähnlich auch bei uns zu gestalten", sagte Klebe.

Salzwedels Stadtsprecher Olaf Meining bestätigte: "Die Idee ist da, mit einem Konzept haben wir bereits angefangen." In den nächsten Wochen würden Gespräche geführt und Kontakte geknüpft. Voraussichtlich im Frühling werde beiden Stadträten ein erstes Konzept vorgelegt. Frühstmöglicher Termin für eine Teilnahme sei dann das Jahr 2022.

Hinter der Bewerbung steht die Hoffnung der Initiatoren, die Attraktivität der Region Salzwedel-Arendsee zu erhöhen. "Wir haben uns die Landesgartenschau in Aschersleben angeschaut und ich kann nur unterstreichen, dass wir das Projekt mit Strahlkraft verbinden", erklärte Klebe. Es gehe darum, Leute in die Altmark zu holen und für diejenigen, die schon da sind, eine Steigerung der Lebensqualität zu schaffen.

Bei den Ausrichtern der bisherigen Landesgartenschauen Zeitz (2004), Wernigerode (2006) und Aschersleben (2010) hat das offenbar geklappt. So hat allein Aschersleben während der Schau "Natur findet statt" mehr als 557000 Besucher gezählt. Und auch nach dem Ende der eigentlichen Veranstaltung hält der Besucherzustrom an.

"Bei einer Landesgartenschau werden Strukturen geschaffen, die erhalten bleiben", betont Detlef Thiel, Sprecher im Landesumweltministerium. Das könne man auch in Zeitz oder Wernigerode heute noch beobachten.

In Aschersleben kostete die Schau 40 Millionen Euro

Allerdings: Die Ausrichtung einer Landesgartenschau ist teuer. Zwar steuert das Land bei einem Zuschlag 60 Prozent der anfallenden Kosten bei. Das gilt aber nur bis zum Maximalbetrag von 5 Millionen Euro.

"Die Kommunen benötigen in aller Regel mehr Geld, das zeigt die Erfahrung", räumt Detlef Thiel ein. Beispiel Aschersleben: Hier wurden nach Angaben der Veranstalter rund 40 Millionen Euro investiert. Auch wenn Sponsoren kräftig mithelfen, dürften Salzwedel und Arendsee bei der Umsetzung ihrer Idee also tief ins Portemonnaie greifen müssen.

Bis es soweit ist, sind noch mehrere Hürden zu nehmen. Zunächst einmal müssten sich die Stadträte beider Städte für die Bewerbung aussprechen. Danach würde die Region mit ihrem Konzept in den Kreis der Bewerber aufgenommen. "Eine Vergabekommission würde danach über den Zuschlag entscheiden. "Neben dem Konzept spielen die Finanzierbarkeit und strukturpolitische Aspekte eine Rolle", sagte Detlef Thiel.

Die Tatsache, dass bislang noch keine einzige Stadt im Norden Sachsen-Anhalts die Landesgartenschau ausgerichtet hat, sei dagegen nicht von Belang.