Die geplante Errichtung von sechs Windkraftanlagen zwischen Püggen und Siedenlangenbeck sorgt für viele offene Fragen. Unter anderem will die Gemeinde Kuhfelde die Möglichkeiten eines Engagements im Windpark prüfen lassen.

Kuhfelde l Mit 22 Hektar Fläche ist das Vorranggebiet Nummer III Siedenlangenbeck im Teilplan Wind des Regionalen Entwicklungsplanes (REP) das zweitkleinste von insgesamt 27 für die Errichtung von Windkraftanlagen (WKA) geeigneten Arealen. Zwischen Püggen und Siedenlangenbeck ist Platz für sechs WKA, die die Enercon GmbH dort auch errichten will. Projektentwicklerin Angelika Kobold und Michael Heinrich von der Enercon-Projektplanung stellten die Pläne am Dienstag dem Gemeinderates noch einmal vor. Zuvor hatten die Pläne bereits während einer Einwohnerversammlung für Diskussionen gesorgt (die Volksstimme berichtete).

Kuhfeldes Bürgermeister Frank Leskien räumte ein, dass die geplante Errichtung der sechs WKA nicht jedem gefalle. Allerdings seien die Genehmigungen heute mit wesentlich mehr Auflagen verbunden. So müssten die jeweiligen Unternehmen Sicherheiten für den Rückbau nachweisen. Das Genehmigungsverfahren nehme am Allgemeinen ein Jahr in Anspruch. Allerdings seien im Zusammenhang mit dem Windpark noch zahlreiche Fragen zu klären, so dass die Vorstellung im Gemeinderat sicher nicht die letzte diesbezügliche Gesprächsrunde sei. Zwar habe es für Projekte des Unternehmens auch mal keine Genehmigung gegeben, räumte Angelika Kobold auf Nachfrage ein. In einem Vorranggebiet sei die Genehmigung jedoch sehr wahrscheinlich

Die sechs WKA sollen jeweils eine Nabenhöhe von 138 Metern haben, die Fundamente haben einen Durchschnitt von 26 Metern und sind in Abhängigkeit vom Boden 3 Meter stark. "Wegen des Torfbodens werden zwei Anlagen auf Pfahlgründungen stehen", kündigte Angelika Kobold an.

Die Bauphase werde alles in allem etwa ein Jahr in Anspruch nehmen. Allerdings bedeute das nicht, dass die Einwohner der umliegenden Orte in dieser Zeit täglich mit Baulärm rechnen müssen, betonte Michael Heinrich. Da Enercon die Bahnlinie nicht überqueren dürfe, müssten auch zwei Zufahrten errichtet werden.

Der Wind komme in Sachsen-Anhalt vorzugsweise aus südwestlicher Richtung, so dass die Geräusche der WKA vor allem in Teilen von Siedenlangenbeck zu hören seien, so Angelika Kobold. Per Gesetz dürfe die Lärmbelästigung am Tag 60 Dezibel nicht überscheiten. Für die Nachtstunden gelte ein Grenze von 45 Dezibel, was Wohnzimmerlautstärke entspreche. Dem Schattenschlag, der pro Tag 30 Minuten nicht überschreiten dürfe, begegne Enercon mit sogenannten Schattenrezeptoren.

Verträge geschlossen

Pachtverträge mit den Eigentümern und Bewirtschaftern der Flächen seien inzwischen geschlossen worden, so Angelika Kobold. Die Enercon-Vertreter wiesen auf die Möglichkeit eines Bürgerwindparks hin. In diesem Fall kaufe eine zu gründende Betreibergesellschaft eine schlüsselfertige WKA inklusive Projektrechten und Infrastruktur. Ratsmitglied Günter Serien schlug vor, für die Gemeinde Kuhfelde diese Möglichkeit ebenfalls zu prüfen. "Sie wären nicht die erste Gemeinde, die so etwas macht", erwiderte Michael Heinrich.