Salzwedel l Die Tragödie vom vergangenen Sonnabend, als bei einem Busunglück auf der Bundesstraße 5 zwischen Senzke und Haage (Havelland) zwei Menschen starben, ist noch lange nicht verdrängt. Vergessen schon gar nicht. "Uns geht es hier allen sehr schlecht. Wir sind alle sehr betroffen", sagte am Montag Ronald Lehnecke, Geschäftsführer der PVGS.

Verletzte Personen im stabilen Zustand


Sämtliche Mitarbeiter sind bestürzt über den Tod ihres 38 Jahre alten Kollegen aus Kalbe, der den Bus gesteuert hatte. Er galt als erfahrender Busfahrer. Trotzdem hatte er keine Chance. Nachdem das Auto eines 25-Jährigen frontal mit dem Bus zusammengestoßen war, kam der Bus nach links von der Fahrbahn ab und prallte gegen eine Eiche mit einem Stammdurchmesser von etwa 1,20 Meter, berichtet die Polizei. Das Auto landete im Straßengraben. Ein nachfolgender Autofahrer meldete den Unfall bei der Polizei und der Feuerwehr.

Hinweise auf einen Suizidversuch des 25-Jährigen hat die Polizei derzeit nicht. Ungeklärt ist noch die Frage, ob der zum Unfallzeitpunkt vorherrschende Nebel eine Rolle für das Drama gespielt hat.

Gerüchten zufolge, die besagten, dass es inzwischen einen dritten Toten gegeben haben soll, wurden im Verlauf des des Montagnachmittags nicht bestätigt. Den Zustand der Schwerverletzten in den Kliniken Nauen und Rathenow bezeichnete Notarzt Thomas Strauch als stabil.

47 Personen zählte die Reisegruppe, die sich am Sonnabend gegen 4.30 Uhr in Klötze auf den Weg nach Pomellen kurz vor Stettin aufmachte. Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, welches schreckliche Ereignis die Reisenden im Alter zwischen 16 und 83 Jahren erwartete. Nach dem Unfall konnten die meisten der Fahrtteilnehmer das im vorderen Bereich völlig zertrümmerten Fahrzeug selbständig verlassen.

Flotte mit Trauerflor ausgestattet


"Er war ein sehr guter Kollege, der nach jetzigen Erkenntnissen völlig unschuldig an dem Unfall ist", sagte Lehnecke mit leiser Stimme. In einer Betriebsversammlung in Salzwedel informierte am Montag die PVGS die Mitarbeiter über das Geschehene. Am Dienstag soll dies am Standort Gardelegen geschehen. Sämtliche Busse der PVGS sind am Montag an den Antennen der Fahrzeuge mit einem Trauerflor in Form eines kleinen schwarzen Bandes ausgestattet worden - als ein sichtbares Zeichen der Trauer angesichts des Verlustes eines Kollegen und des Mitgefühls gegenüber den Angehörigen. "Das ist das Mindeste, was wir tun können, um unsere Betroffenheit nach außen zu zeigen." Den Kollegen geht es den Umständen entsprechend, schildert Lehnecke die Lage. Noch in dieser Woche möchte er die zweite Busfahrerin besuchen, die schwer verletzt wurde. In Absprache mit den Angehörigen der 53-Jährigen.

Das Drama muss erst verarbeitet werden


Die Mienen der Busfahrerinnen und Busfahrer, die am Montag ihren Dienst und ihre Strecken hinter sich brachten, waren teilweise wie versteinert. Sie alle müssen das Drama in den nächsten Tagen und Wochen erst noch verarbeiten. Einer von ihnen brachte die Lage auf den Punkt: "Die Stimmung ist gedrückt. Scheiße eben." Der Schock sitzt tief.

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