Die Fugen zwischen den Feldsteinen des Fleetmarker Kirchturms werden neu mit Mörtel verfüllt. Sicherungsarbeiten erfolgen an den beiden Säulen am Portal. Dort sind Beulen im Gemäuer auszubessern. Das Vorhaben an dem denkmalgeschützten Gotteshaus dient der Dorferneuerung.

Fleetmark l Mit Presslufthammer und Stemmeisen rückten gestern die Männer der Magdeburger Sanierungsfirma den riesigen Feldsteinen am Sockel der Fleetmarker Kirche zu Leibe. Einige liegen schon am Boden. Entstanden ist eine ovale Öffnung, hinter der eine zweite Mauerwand zu sehen ist. "Zwischen den beiden Schalen - gemeint sind Innen- und Außenwand - hat sich ein Hohlraum gebildet", erklärte Vorarbeiter Sven Tischer.

"Durch undichte Stellen kann Feuchtigkeit eindringen."

Kirchenbaureferent Rainer Wellkisch

Der sei durch Ausspülungen entstanden und erweitert worden. "Das ist an mehreren Stellen der Fall", schätzte der Fachmann ein. Deshalb sollen dort die Steine entfernt werden. "Jetzt wird neu vermauert und anschließend verfugt", beschrieb er den Ablauf.

Und genau um die Fugen geht es insgesamt bei der Turmsanierung. "Die Fugen sind mit Zement verfugt, der an vielen Stellen schon ausgebrochen ist", erklärte dazu Kirchenbaureferent Rainer Wellkisch vom Kreiskirchenamt Salzwedel. Dadurch könnten sich Steine lösen und abstürzen. "Durch die undichten Stellen im Mauerwerk kann die Feuchtigkeit eindringen", betonte er.

Damit nicht noch mehr von den sogenannten Beulen entstehen, habe man sich zur umfassenden Sanierung entschlossen. Erster Schritt sei das Abstemmen der alten Fugen. Die werden anschließend verfüllt mit neuem Mörtel.

"Ich kann aber nicht einfachen Mörtel verwenden, sondern muss den laut Denkmalschutz vorgeschriebenen besonderen Mörtel verwenden", fügte Sven Tischer hinzu.

Er und seine Mitarbeiter nehmen sich jetzt Seite für Seite vor, damit nicht alle vier Turmseiten zu lange ohne Fugenschutz dastehen.

Außerdem ist ein Riss zu bearbeiten, der sich auf der Westseite gebildet hat. Die beiden Pfeiler sollen noch eine neue Abdeckung erhalten. "Aber ich denke, dass alle Arbeiten bis Ende November abgeschlossen sind", blickte Wellkisch voraus.

Ein Drittel der Gesamtkosten von 78 000 Euro finanziere das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten mit Fördermitteln aus dem Dorferneuerungsprogramm. Weitere Gelder kommen von der Landeskirche und dem Kirchenkreis Salzwedel.

"Ich bin sehr froh, dass unsere Kirche nun saniert wird."

Pfarrer Reiner Holst

Den Rest habe die Kirchengemeinde selbst zu tragen.

"Ich bin sehr froh, dass unsere Kirche nun saniert wird", erklärte gestern Pfarrer Reiner Holst. Er hoffe, dass nach dem Turm auch das Kirchenschiff an die Reihe komme. Später sei geplant, auch den Innenraum einschließlich des Eingangsportals zu erneuern. Aber dafür müsse zunächst erst einmal auch das nötige Geld aufgebracht werden.

"Zurzeit finden unsere Gottesdienste im Gemeinderaum statt, wie immer in der Winterzeit", so Holst. Der Erntedankgottesdienst am 5. Oktober war der letzte davor. "Zu Weihnachten wollen wir aber die Andacht mit Krippenspiel wieder hier abhalten", kündigte er an.

Vor über einer Woche hatten die Sanierungsmaßnahmen am Lindenplatz begonnen. Zuvor war der 20 Meter hohe Turm eingerüstet worden. Das Gerüst ist zur Sicherheit mit einer blauen Umhüllung versehen.

Fleetmarks Kirche ist wie die meisten in der Altmark im 12. Jahrhundert aus einstigen Wehrtürmen entstanden. Auch heute noch ist der Kirchturm am Lindenplatz weithin zu sehen als Wahrzeichen des Ortes.

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