Elaiza überzeugt im Kulturhaus mit guten Songs. Die drei Frauen versprachen, bald wieder in der Region ein Konzert zu geben.

Salzwedel l Zurück zu den Wurzeln, hieß es zumindest für eine der drei Frauen von der Berliner Folk-Pop-Band Elaiza (ausgesprochen Ela-i-sa). Yvonne Grünwald, gebürtig aus Arendsee, hatte zusammen mit ihren Kolleginnen Ela Steinmetz und Natalie Plöger Salzwedel als eine Auftrittsstation ihrer Gallery Tour 2014 ausgewählt. So war es nicht verwunderlich, dass zahlreiche Verwandte, Bekannte und Freunde von Yvonne zu dem Konzert erschienen waren um sie und ihre Band zu bejubeln. Auch der ehemaligen Arendseerin war die Freude, hier in Salzwedel, unweit ihrer Heimatstadt, spielen zu können, sichtlich anzumerken. Lampenfieber war es nicht, es war die pure Freude, viele Freunde wiederzusehen. Seit ihrem Weggang aus der Altmark hatte sich bei ihr einiges getan.

2013 gründete sie mit Ela und Natalie die Band Elaiza. In kürzester Zeit stiegen sie von einer Clubband zu einer der Gruppen auf, die beim Eurovision Song Contest als Vertreter ihres Landes starten durfte. Im Vorentscheid traten sie gegen den Graf mit Unheilig an, der schon seit längerer Zeit eine der Größen im Musikgeschäft ist, und gewannen.

Männliche Begleitung

Ela Steinmetz kann es bis heute noch nicht fassen, und mit ihr auch ihre Mitstreiterinnen. "Wir waren ein Nichts, ein Niemand", erzählte sie den Gästen. "Uns wollten noch nicht einmal die Musiksender spielen, weil Folkmusik so gar nicht angesagt sei. Und dann fahren wir nach Dänemark. Dort belegten wir zwar nur den 18. Platz, aber dabei zu sein, das hat uns sehr viel gegeben." Schnell wurden sie am Freitag mit dem altmärkischen Publikum warm. Schon bald säumten mehrere Fans die Freifläche vor der Bühne und feuerten die Mädels, welche mit männlicher Bandbegleitung auf Tour sind, an. Schwer zu verstehen, dass es bei dem temporeichen Konzert noch jemanden auf dem Stuhl hält. Aber es war so, fast zwei Drittel des Publikums blieb ihrem Sitzmöbel treu.

Doch es machte der guten und sehr emotional getragenen Stimmung keinen Abbruch. Die Band legte sich mächtig ins Zeug und band ihr Publikum immer wieder in die Show mit ein. Dankbarer, frenetischer Beifall und anfeuernde Pfiffe waren das, was die Konzertbesucher entgegensetzten und bei dem Mädchentrio gut ankam. Wie zu erwarten, wurde auch der Song vom Contest in Kopenhagen gespielt. Aber als das Publikum eine Zugabe forderte streikten die Musikerinnen. "Den Titel habt ihr doch nun wirklich oft genug gehört. Wir spielen euch etwas anderes." Mit "Workaholic" zauberten sie einen wahren Rhythmusmacher aus ihrem Repertoirekästchen und trafen damit ganz den Geschmack der Fans.

Neue Songs kreiert

Wer Elaiza nur an einem Hit festmacht, der irrt gewaltig. Songschreiberin Ela Steinmetz war in der kurzen Zeit seit der Bandgründung nicht untätig und hatte inzwischen einige Songs kreiert, die nicht nur eine CD füllen, sondern auch ein ganzes Konzert. Mit mehreren Zugaben verabschiedete sich die Berliner Band von ihrem Publikum. Und die Musikerinnen gaben das Versprechen wiederzukommen.

Dieses Versprechen einzulösen, würde Yvonne Grünwald sicherlich ganz besonders freuen. Vielleicht wieder mit dabei, die junge Sängerin Lisa-Marie Fischer. Am Freitag eröffnete sie den Konzertabend mit einer halbstündigen Vorstellung. Gesamt gesehen war der Abend einmal einer jener, bei dem man sich fragte: Wo sind die Altmärker? Die Band hätte ein ausverkauftes Kulturhaus verdient gehabt.