Am Bestand der Luftkurort Arendsee GmbH soll nicht gerüttelt werden. Sie soll in ruhigeres Fahrwasser geleitet, ihre beiden Standbeine Tourismus und energetische Geothermienutzung entwickelt werden. Das ist Fazit der ersten Tagung der Arbeitsgruppe.

Arendsee l Eigentlich hatte die Arbeitsgruppe auf Vorschlag der Stadträte Hans-Georg Kempcke aus Kleinau (Die Linke) und Jens Reichardt aus Sanne-Kerkuhn (gemeinsame Fraktion) nicht öffentlich im Flaschenkeller des "Deutschen Hauses" in Arendsee getagt. Doch da die Probleme der Luftkurort Arendsee GmbH öffentlich im Wirtschaftsförderungs- oder Eigenbetriebsausschuss debattiert werden, lag eine Frage nach dem Ergebnis der eigens zur Konzeptentwicklung der Betriebsbereiche ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe auf der Hand.

"Alle Mitglieder waren sich darin einig, dass am Bestand der GmbH nicht gerüttelt werden soll", kommentierte gestern Vizebürgermeister Gert Reckling das Beratungsergebnis im Volksstimme-Pressegespräch. Die Firma müsse nun endlich aber in ruhigeres Fahrwasser gebracht werden. "Die beiden wichtigen Standbeine sind intensiver zu entwickeln", schätzte er ein. Das sei zum einen der touristische Bereich, der sehr witterungsabhängig sei und der auf eine gesunde wirtschaftliche Basis zu stellen sei. "Da bietet die energetische Schiene eine Chance zur finanziellen Sicherung", so Reckling.

Darüber hinaus sei geplant, die Stadt mit Wärmeenergie aus der Geothermie zu versorgen und sich unabhängig zu machen. In der nächsten Zusammenkunft solle es um konkretere Planungen mit Fachleuten gehen. "Voraussetzung ist aber die Vorlage der Analyse des Energiebedarfs in der Region."

Auch ein Plan zur zukünftigen Gestaltung auf dem Campingplatz solle vorgelegt werden. Dort sei aber zunächst eine Investition in die energetische Sanierung des Sanitärgebäudes aktuell. "Weitere Investitionen sind nötig zum Erhalt der bestehenden Anlagen im Strandbad und der Queen", machte Reckling weiter klar. Es sei bekannt und Bestandteil des Konzepts von GmbH-Geschäftsführer Michael Meyer, dass hier Geld lockergemacht werden müsse. Dafür stehen Mittel aus Verlustausgleichen zur Verfügung, so Reckling.

Damit sind dringende Ersatzinvestitionen am Mississippi-Dampfer nötig, der nach 23 Dienstjahren schon ernsthafte Ausfallerscheinungen zeigte. Erst im September waren Ausfälle wegen der Motor- beziehungsweise Generatorreparaturen zu verzeichnen. Vor zwei Jahren musste ein neuer Motor eingebaut werden. Die Platten am Oberdeck sind rostig, um nur einige Fälle zu nennen.

Investition in touristische Infrastruktur geplant

Doch ein Teil dieser rund 500 000 Euro solle für die attraktivere Umfeldgestaltung verwendet werden, erinnerte sich Reckling an Absichten, die im Frühjahr angekündigt worden waren. Die Promenade zwischen Strandbad und Bleiche soll einer besseren touristischen Nutzung dienen und verändert werden - die freiere Sicht auf den See eingeschlossen. Dafür sollen die Gelder den Eigenmittelanteil sichern, um so Fördermittel zu bekommen.

Ob das Vorhaben aber GmbH-Aufgabe ist, bleibt fraglich. Ohnehin bestreitet sie zahlreiche Aufgaben auf ihre Kosten, die Sache der Stadt sind wie das Reinigen des Seeweges, organisatorische Hilfe bei Veranstaltungen, freier Strandbadeintritt für Schulklassen, Ferienspielkinder und Kindergärten oder Druck von Werbe- broschüren und Veranstaltungskalendern.