Der Naturerbeverein Vissum kann sich über eine Finanzspritze zum Jahresende freuen: Paul Meitz reichte sein Honorar als Gänseführer weiter. In der Adventszeit lässt er Arendsee-Besucher am einmaligen Naturspektakel der eintreffenden Wildgänse teilhaben.

Arendsee l Treffpunkt Lagerfeuer an der Kulturscheune hinterm Hotel Deutsches Haus in Arendsee. Zirka 60 Hotelgäste wärmen sich dort am Sonnabendnachmittag an den Flammen und am Glühwein, bewundern die leuchtenden Adventssterne und Leckereien des kleinen Weihnachtsmarktes, bevor Naturfreund und -kenner Paul Meitz aus Binde das Wort ergreift.

Einige sind schon ungeduldig und wollen am liebsten gleich loswandern. Sie haben Angst, die gefiederten Wintergäste am Arendsee zu verpassen. "Keine Sorge, sie treffen erst bei Sonnenuntergang in der Dämmerung ein", beruhigt sie Meitz.

Paul Meitz präsentiert Lichtbilder

Doch bevor der passionierte Fotograf dann tatsächlich einige seiner Lichtbilder von Wildgänsen und anderen Wasservögeln zeigt und erklärt, dass Jahr für Jahr Tausende Gänse aus dem Norden in der Altmark überwintern, hat er zusammen mit den Hotelchefs Burkhard und Sascha Bannier noch eine freudige Überraschung parat. Für seinen Vereinsvorstandvom Naturerbeverein Vissum ist es besonders erfreulich. Denn das Honorar für seine zahlreichen Vorträge und Gänseführungen hat er ausgeschlagen. "Er verzichtet auf das Geld und deshalb überreichen wir heute dem Verein einen Scheck über 600 Euro", so Bannier.

Vorsitzender Ulf Müller und sein Stellvertreter Uwe Hundt dankten freudestrahlend für die Finanzspritze. "Das ist eine gelungene vorfristige Weihnachtsüberraschung", erklärte Müller. Er dankte Meitz nicht nur mit Worten, sondern schenkte ihm ein Buch über den Multimedia-Vortrag des Greenpeace-Fotografen Markus Mauthe über das Naturwunder Erde.

Geld soll in Aktionen und Pflege fließen

Die 600 Euro sollen der Vereinsarbeit und Aktionen zugutekommen. "Über die genaue Verwendung wollen wir erst noch mit unseren Mitgliedern beraten", sagte Uwe Hundt. Auch die nächsten Vorhaben sind dann noch zu planen wie der Geotag der Artenvielfalt und anderes. Anfang des Jahres sollen die Nistkästen am Kassuhner Naturlehrpfad kontrolliert werden. Dort sind ebenso wie auf dem Dorfplatz und den vor drei Jahren gepflanzten Baum- alleen in Vissum wieder Pflegearbeiten nötig. "Wie jedes Jahr", so Hundt. Besonderes Augenmerk gelte auch den im Frühjahr von Vandalen abgesägten und nachgepflanzten jungen Ebereschen am ehemaligen Schernikauer Bahndamm.

In diesem Jahr konnte auch ein weiteres umfunktioniertes Trafohäuschen als Brutstätte und Lebensraum für Eulen, Fledermäuse und andere Tiere eingeweiht werden. Es steht in Kerkau, die beiden anderen in Vissum und Schernikau.