Die Einführung des Mindestlohnes stellt den Salzwedeler Märchenpark vor eine große Herausforderung. Drei Mitarbeiter müssen im kommenden Jahr gehen. Die Eintrittspreise werden erhöht.

Salzwedel l Auf Cornelia Wiechmann wartet eine schwere Aufgabe. Die Chefin des Salzwedeler Märchenparks muss Mitarbeiter entlassen. Grund dafür ist die Einführung des Mindestlohnes im kommenden Jahr. "Wir werden den Mindestlohn auf jeden Fall zahlen. Doch das stellt uns vor große Probleme", sagte die Prokuristin auf Volksstimme-Nachfrage.

Zum einen können drei der derzeit 35 Mitarbeiter im kommenden Jahr nicht wieder eingestellt werden. Zum anderen müssen bei Zahlung des Mindestlohnes die Facharbeiter besser entlohnt werden. "Alle wissen ja schließlich, dass die Aushilfsmitarbeiter dann 8,50 Euro pro Stunde verdienen. Damit es keine Unzufriedenheit bei den Fachkräften gibt, bekommen diese natürlich dann auch mehr Geld", berichtete Cornelia Wiechmann.

"Meine Aufgabe ist es, für die Wirtschaftlichkeit des Märchenparks zu sorgen."

Besonders die Beschäftigung von Personal auf 100- oder 160-Euro-Basis werde sehr kompliziert. "Die Leute können dann ja nur zwölf Stunden im Monat arbeiten. Das reicht hinten und vorne nicht", so Wiechmann.

Es falle ihr sehr schwer, Mitarbeiter, die über Jahre hinweg eine tolle Arbeit geleistet hätten, zu entlassen, "aber meine Aufgabe ist es eben auch, für die Wirtschaftlichkeit des Märchenparks zu sorgen." Um diese zu gewährleisten, müssen nicht nur die Strukturen, sondern auch die Eintrittspreise angepasst werden. Ab dem kommenden Jahr wird der Eintritt zum Märchenpark um zwei Euro, der für die Spielscheune um einen Euro angehoben.

"Wir haben zahlreiche Gäste und auch Salzwedeler befragt. Die meisten haben uns bestätigt, dass unsere Preise bisher sehr moderat sind. Im Vergleich zu anderen Freizeitparks sind wir ja sowieso sehr günstig", erklärte die Märchenpark-Chefin.

"Wir werden versuchen, unseren Gästen auch in Zukunft märchenhafte Momente zu ermöglichen."

Zudem werden zwei neue Tarife eingeführt. Der Abendtarif ermöglicht ab dem späten Nachmittag eine 20-prozentige Ermäßigung. Familien erhalten künftig einen Rabatt von 30 Prozent. Die Jahreskarte für bisher 21 Euro wird es ab 2015 nicht mehr geben. "Wir werden unseren Gästen eine Fünfer-Karte anbieten. Wer vier Mal bezahlt, kann den Märchenpark beim fünften Mal kostenlos besuchen. Im Gegensatz zur Jahres- ist die Fünfer-Karte auch übertragbar, sodass sowohl Eltern, als auch Großeltern der gleichen Karte mit ihren Kindern zu uns kommen können", sagte Cornelia Wiechmann. Ungeachtet der Herausforderungen, die auf die Verantwortlichen 2015 warten, bleibt der Salzwedeler Märchenpark der touristische Leuchtturm der Region. Das abgelaufene Jahr ist das erfolgreichste in der Geschichte der Einrichtung. Mit bisher 77662 Gästen konnte der Besucherrekord aus dem Jahr 2011 (75853 Gäste) deutlich übertroffen werden. Im Vergleich zum Vorjahr kamen 3752 Besucher mehr in die Freizeiteinrichtung am Warthekreisel. Die Angebote der Spielscheune nutzten 28880 Gäste.

"Wir freuen uns wirklich sehr über diese Zahlen und werden versuchen, unseren Gästen auch in Zukunft viele märchenhafte Momente bei uns zu ermöglichen", sagte Cornelia Wiechmann.